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3 (1916)
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Rosmarinöl.

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stark verfälscht war, ermittelte Bruylants 4 bis 5°/o Borneolund 6 bis 8 ° o Campher. Reines Öl muß demnach erheblichmehr von diesen beiden Körpern enthalten. Gildemeister undStephan 1 ) bestimmten den Borneolgehalt durch Acetylieren undfanden in zwei Fällen 16,8 und 18,8° o. Hierbei wurde voraus-gesetzt, daß Rosmarinöl keine andern Alkohole, wie Linalooloder Geraniol, enthält.

Nach A. Hailer 2 ) trennt man Campher von Borneol, indemman letzteres durch Erhitzen mit Bernsteinsäure in den saurenBernsteinsäureester überführt. Das im Rosmarinöl enthalteneBorneol ist, wie Haller nachwies, ebenso wie der Campher,ein Gemenge der beiden entgegengesetzt drehenden optischenIsomeren.

Nach der durch Kochen mit Kalilauge erhaltenen Verseifungs-zahl zu schließen, enthält Rosmarinöl kleine Mengen von Estern,vermutlich des Borneols. Die an den Alkohol gebundene Säureist noch nicht ermittelt.

Eigenschaften. Über das spezifische Gewicht und dieoptische Drehung der Handelsöle (dalmatisches, französischesund spanisches) läßt sich im allgemeinen Folgendes sagen: Dasspez. Gewicht liegt meist zwischen 0,900 und 0,920, bisweilenist es auch etwas niedriger, jedenfalls aber nicht unter 0,894.Die opt. Drehung ist meist rechts (bis +15°). An zweifellosreinen, französischen und spanischen Rosmarinölen ist auchwiederholt Linksdrehung (s. später) beobachtet worden, in derMehrzahl der Fälle ist aber die Linksdrehung die Folge einerVerfälschung mit Terpentinöl.

Ferner zeigen die bei der fraktionierten Destillation rechts-drehender Öle im Ladenburgkölbchen zuerst übergehenden10 °o gewöhnlich Rechtsdrehung, während manchmal auch beiunverfälschten diese 10 °o nach links drehten. Den Grund fürdies merkwürdige Verhalten kennt man noch nicht. A. Bircken-stock 3 ) glaubt, daß der Jahreszeit ein Einfluß auf das Rotations-vermögen des Öls in der Pflanze zukommt, da er bei französischen

x ) Loc. cit.

-) Compt. rend. 108 (1889), 1308.

3 ) Moniteur scientif. Quesneville, Mai 1906, 353; Journ. Parfüm, etSavonn. 21 (1908), 231.