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3 (1916)
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Familie: Oleaceae.

Obwohl sich durch Wasserdampfdestillation und Ausätherndes erhaltenen Wassers ein Jasminöl erhalten läßt, so kommtes für die gewerbsmäßige Gewinnung nicht in Frage, ebensowenigwie die Extraktion mit heißem Fett oder mit Vaselin. Am be-quemsten und am wenigsten Arbeit erfordernd ist die Extraktionmit Petroläther, die aber nicht so gute Ausbeuten liefert wie dasEnfleurageverfahren (s. Bd. I, S. 273). Zwar sind die Ausbeutennach dieser Arbeitsweise nicht immer neunmal so groß gegen-über der Extraktion, wie A. Hesse bei seinen ersten Versuchenfestgestellt hatte, sondern unter Umständen nur doppelt so groß,doch geht aus den sehr eingehenden Hesseschen Arbeiten 1 )immerhin hervor, daß diese Blüten, selbst nachdem sie ab-geschnitten sind, also unter den Bedingungen, unter denen siebeim Enfleurageverfahren angewandt werden, noch große MengenRiechstoff hervorbringen. Durch diese Untersuchung ist dieRichtigkeit der Passyschen Hypothese 2 ) bewiesen worden.

Aus Ostindien kommt eine Jasminpomade in den Handel,die ebenfalls mit Hilfe der Enfleurage hergestellt wird, was einDr. Jackson im Jahre 1839 in einem Brief an den Herausgeberdes Asiatic Journ. of Calcutta folgendermaßen 8 ) beschreibt:Schichten von Sesamsamen werden mit Wasser befeuchtet, darauflegen die Eingeborenen eine Lage Jasminblüten, bedecken siemit einem Tuch und lassen das Ganze 12 bis 18 Stunden stehen;dann wird das mit dem Duftstoff beladene Fett aus den aufeiner gewöhnlichen Mühle gemahlenen Samen ausgepreßt.

Was die Ausbeuten an ätherischem Öl betrifft, so sind sie,wie aus dem Gesagten hervorgeht, von der Gewinnungsmethodeabhängig. Hesse erhielt bei dem Enfleurageverfahren 0,1784°/odurch Wasserdampf gereinigtes Öl. Aus den zur Enfleuragebenutzten Blüten wurden durch Wasserdampfdestillation nochweitere 0,0195% erhalten. Auf die durch Enfleurage ä froidin Frankreich gewonnene Pomade bezogen, berechnen sich dieAusbeuten auf 0,395 bis 0,595 °/o. Aus indischer Pomade konntenSchimmel Sj Co. 0,3 bis 0,4% ätherisches Jasminöl abscheiden.

') A. Hesse u. F. Müller, Berl. Berichte 32 (1899), 565, 765; A. Hesse,ibidem 32 (1899), 2611; 33 (1900), 1585; 34 (1901), 291, 2916; 37 (1904), 1457.Chem. Industrie 25 (1902), 1.

"-) ). Passy, Compt. rend. 124 (1897), 783. Vgl. Bd. I, S. 260.

3 ) Watt, The commercial products of India. London 1908, p. 820.