Die Öle der Agrumen.
Als Agrumen, italienisch „Agrumi", bezeichnet man diekultivierten Citrus-Arten, deren Früchte, z. B. Citronen, bittreund süße Pomeranzen (Apfelsinen), Limetten und andre sichallgemeiner Beliebtheit erfreuen. Sie gedeihen am besten in dersubtropischen Kulturzone, weniger gut in den Tropen, wo ihreFrüchte nicht das volle Aroma erlangen. Ihr Anbau wird inerheblichem Umfange in den Küstenländern und auf den Inselndes mittelländischen Meeres betrieben. An der Spitze stehtItalien, dessen größte Produktionsgebiete Sizilien und das be-nachbarte Kalabrien sind. Ferner sind zu nennen: Spanien undPortugal, Südfrankreich, die Azoren, Marokko, Syrien und Malta.In Kalifornien und Florida sind weite Landstrecken mit Citronen-und Pomeranzenbäumen bebaut. Die westindischen Inseln liefernLimetten. Auch in Südamerika, in Australien, in Indien sowie inJapan und China ist die Kultur der Citrus-Arten weit verbreitet.Von diesen sich über alle Erdteile erstreckenden Gebieten sindes aber nur ganz vereinzelte Gegenden, in denen die so außer-ordentlich wertvollen Agrumenöle hergestellt werden. Für diedurch Pressung gewonnenen Öle, Citronen-, Pomeranzen- undBergamottöl, kommen Sizilien und Kalabrien, für Limettöl undPomeranzenöl Westindien in Betracht. Südfrankreich liefertMeroli- und Petitgrainöl, Paraguay nur Petitgrainöl. In Kali-fornien hat man angefangen, das Ol der Früchte durch Extrak-tion herzustellen.
Während die Öle von Blättern und Blüten der Agrumen,wie Neroli- und Petitgrainöl, auf die gewöhnliche Weise durchDestillation mit Wasserdampf gewonnen werden, stellt man dieÖle der Agrumenfrüchte durch Auspressen der Fruchtschalendar, weil hier die Dampfdestillation ein ganz minderwertiges oder
Gildemeister, Die ätherischen Öle. III. 1