Pyrrol, Jodol.
1233
(2)
(1)
0H=
1CH=
= CH (»)
>NH
=ch/
(3)
(4)
hitzen mit HJ und Phosphor geht das Pyrrolin in Pyrrolidin: C*H 8 .NH(Tetrarnethylenimid), über, eine bei 83° C. siedende, alkalische, piperidinartigriechende Flüssigkeit. Letztere Verbindung entsteht auch durch Einwirkungvon Natrium auf alkoholische Succinimidlösung oder "durch Destillation vonsalzsaurem Tetramethylendiamin: C 4 H 8 (NH 2 ) 2 , HCl (s. S. 672).
Wird Pyrrol mit Hydroxylamin in alkoholischer Lösung längere Zeit aufdem Wasserbad erhitzt, so geht es in das Oxim des Bernsteinsäurealdehyds:
CH 2 —CH=N.OH
i „ , Succindialdoxim, über; farblose, bei 173°C. schmelzende
CH 2 -CH=N.OH
Krystalle. Durch Reduction mit Natrium in alkoholischer Lösung wird letztere
Verbindung in Tetramethylendiamin (s. S. 672) verwandelt.
Die Constitution des Pyrrols gelangt durch folgende Formel zum Ausdruck:
(/») («)
CH=CH, O)| >NH.
CH=CH /GS') («')
Da die Wasserstoffatome in Folge ihrer verschiedenartigen Stellung zumN-Atom nicht gleichwerthig sind, so unterscheidet man die verschiedenen Sub-stitution sproducte des Pyrrols mit obigen Zahlen oder Buchstaben. Da dieStellungen a und a' oder 1 und 4, sowie ß und ß' oder 2 und 3 gleichwerthigsind , so leiten sich vom Pyrrol drei Monosubstitutionsproducte ab, je nachdemein Wasserstoffatom in der «- und «'-Stellung, in der ß- oder ^'-Stellung undin der «- Stellung (in der Imidgruppe: N H) ersetzt ist. Von Disubstitutions-producten sind sechs Isomere möglich: a, «'; ß, ß'; a, ß oder et,' ß'; aß' oder«', ß ; et, n oder a' n und ß n oder ß' n.
a-Methylpyrrol: CH 3 (CH 3 )NH, siedet bei 148° C, /S-Methylpyrrol:C 4 H 3 (CH 3 )NH, bei 143°C. Beide kommen im Thieröl vor. Durch Erwärmenmit starker Salzsäure gehen beide Methylpyrrole in Dihydropyridin:C 6 H 7 N, über. Das a-Methylpyrrol: C*H«.HCH 3 , aus Pyrrolkalium und CH 3 Jdarstellbar, siedet bei 112,5° C. Das et, ß'-Dimethylpyrrol: C 4 H 2 (CH 3 ) 2 NH,des Thieröls siedet bei 165° C.
Das lactidartige Anhydrid der «-Pyrrolcarbonsäure oder ß-Carbo-pyrrolsäure, das Pyrocoll: (CH 3 N. CO) 2 , entstellt bei der trockenenDestillation des Leims. Gelbliche, bei 268° C. schmelzende Blättchen. DurchKochen mit Kalilauge entsteht aus dem Pyrocoll die ß-Pyrrolcar bon-säure: CH 3 .NH—CO . OH. Farblose, bei 191,5° C. schmelzende Blättchen.Letztere Säure entsteht neben der sehr unbeständigen /S-Pyrrolcarbonsäureauch bei der Einwirkung von C O 2 auf Pyrrolkalium bei 200° C.
Tetrajodpyrrol: C 4 J 4 .NH (Jodol). Dieses als Antisepticum, als Ersatzfür Jodoform, empfohlene Präparat entsteht durch Einwirkung von Jod aufPyrrolkalium in ätherischer Lösung oder von Jod auf Pyrrol selbst.
Zur Darstellung desselben mischt man eine Lösung von 1 Thi. Pyrrolin 10 Thln. Alkohol mit einer Auflösung von 12 Thln. Jod in 240 Thln.Alkohol, überlässt die Mischung 24 Stunden sich selbst und fügt dann etwadie vierfache Menge Wasser zu. Die ausgeschiedenen krystallinischen Flockensind hierauf zu sammeln, mit Wasser auszuwaschen und im Dunkeln beimassiger Wärme zu trocknen :
C 4 H*.NH-f8J = 4HJ + C 4 J 4 .NH.
Glatter erfolgt die Bildung des Jodols, wenn man Sorge trägt, den beiobiger Beaction gebildeten Jodwasserstoff zu binden, da derselbe anderenfalls
Schmidt, pliarmaceutische Chemie. II. jq