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2 (1896) Organische Chemie
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Kautschuk.

bisweilen etwas klebrigen Platten in den Handel. Dem Carthagena-Kautschukgleicht in der Form das San Sal vado r-K a u tscliuk. Als westindischesKautschuk kommt das beste, in Centralamerika, besonders Yukatan, produ-cirte Kautschuk in Blöcken und Platten in den Handel. Die schlechteste deramerikanischen Kautschuksorten ist das Guatemala-Kautschuk; dasGuayaquil-Kautschuk, in Ecuador gewonnen, zeigt in den besseren Sorteneine grauweisse Farbe, die schlechteren Sorten sind häufig porös und mit übel-riechender schwarzer Flüssigkeit durchsetzt.

Das Ostindische Kautschuk (Assam-, Borneo-, Singapore-, Rangoon-Kautschuk) ist weniger geschätzt als das Para-Kautschuk. Dasselbe kommt inunregelmässigen, aus hellen und dunklen Sorten zusammengekneteten Blöcken,die häufig "Wasser und fremde Stoffe enthalten, im Handel vor.

Von den afrikanischen Kautschuksorten ist besonders die vonMadagascar geschätzt. Das Kautschuk von Gambo, Congo, Angola,Benguela und Quillimane ist ein geringwertiges Product.

Das Kautschuk des Handels ist niemals ein einheitliches Product, sondernenthält neben dem eigentlichen Kautschuk noch wechselnde Mengen von denin dem naturellen Milchsaft enthaltenen Stoffen, wie Eiweiss, Farbstoffe, Fett,Harze, Salze etc. Im reinen Zustand bildet das Kautschuk eine weisse,amorphe, stark elastische Masse. Das Kautschuk des Handels ist dagegen jenach der Art seiner Gewinnung mehr oder minder gelb bis braunschwarz ge-färbt. Sein specifisches Gewicht schwankt zwischen 0,92 und 0,96. Bei ge-wöhnlicher Temperatur ist es weich und elastisch und haften die frischenSchnittflächen desselben fest an einander, wenn sie zusammengedrückt werden.Beim Abkühlen unter 0° wird es hart und verliert seine Elasticität, die esjedoch bei gewöhnlicher Temperatur wieder erlangt. Das Kautschuk leitet dieBlektricität nicht.

Das Kautschuk löst sich weder in kaltem, noch in warmem Wasser auf;bei anhaltendem Kochen damit schwillt es auf, wird etwas klebrig und nimmtetwas Wasser auf, ohne jedoch seihst davon gelöst zu werden. Gegen Alkoholverhält es sich in ähnlicher Weise. Aether, Benzol, Chloroform, Schwefel-kohlenstoff, Petroleum, Terpentinöl etc. durchdringen das Kautschuk sehr rasch,schwellen es stark auf und lösen es zum Theil. Am besten lösen es die Kohlen-wasserstoffe , welche bei der trockenen Destillation des Kautschuks selbst ge-wonnen werden (Kautschuköl). Bei langer Aufbewahrung an Luft und Lichtverliert das Kautschuk, besonders in dünner Schicht, in Folge einer Aufnahmevon Sauerstoff, seine Elasticität und wird spröde. Von verdünnten Mineral-säuren, von starken Aetzlaugen, von concentrirter Salzsäure und von Chlor-wasserstoffgas wird das Kautschuk nur wenig angegriffen. Aetzammoniak be-wirkt ein starkes Aufschwellen des Kautschuks und verwandelt es hei längererDigestion in eine klebrige Masse. Concentrirte Schwefelsäure, coucentrirteSalpetersäure und salpetrige Säure wirken rasch zerstörend darauf ein; Chlorund Brom benehmen ihm die Elasticität und machen es hart und spröde.

Das durch Lösen in Chloroform und "Wiederausfällen mit Alkohol dar-gestellte reine Kautschuk entspricht in seiner Zusammensetzung der Formel(C 10 H 16 ) n . In dem Bohmaterial scheint es von einem Kohlenwasserstoff C 8 H Ubegleitet zu sein.

Das Kautschuk schmilzt bei 120° C. zu einer klebrigen Masse, die auchnach dem Erkalten erst nach sehr laDger Zeit wieder fest wird. Entzündet,verbrennt es mit leuchtender, russender Flamme unter Entwickelung eineseigenthümlichen, unangenehmen Geruchs. Bei der trockenen Destillation desKautschuks werden gebildet Kohlenoxyd, Kohlensäureanhydrid, Methan, Butylen: