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Aloe.
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winnung ein sehr verschiedenes. Je nachdem das Eindicken des Aloesafts raschoder langsam geschieht, erscheint die resultirende Aloe als undurchsichtige,etwas krystallinische oder als durchscheinende, amorphe Masse. Beide Sortenstimmen jedoch in dem eigenthümlich aromatischen Geruch, in dem intensivbitteren Geschmack, in ihrer stark abführenden Wirkung, sowie auch im Wesent-lichen in ihren Bestandtheilen überein. In Deutschland und in den benachbartenLändern ist vorzugsweise die durchscheinende, von Alois feror, A. africana,A. vulgaris , A. spicata , A. lingua und anderen Aloearten des Caplands ab-stammende Aloe lucida im arzneilichen Gebrauch. Dieselbe bildet eine dunkel-braune , leicht in grossmuschelige, glasglänzende Stücke und in durchsichtige,scharfkantige, röthliche bis hellbraune Splitterchen zerbrechende Masse. Siebesitzt einen eigenthümlichen, safranartigen Geruch und einen intensiv bitterenGeschmack. Völlig ausgetrocknet, liefert sie ein gelbes, bei 100° C. nichtzusarumenfliessendes Pulver. "Wasserhaltige Aloe erweicht bei der Wärme desWasserbads, und zwar um so mehr, je grösser ihr Wassergehalt ist. DieAloe löst sich in der doppelten Menge kochenden Wassers zu einer klaren,braunschwarzen Flüssigkeit auf, aus welcher sich jedoch in der Kälte oderbei weiterer Verdünnung mit Wasser das gelöste Harz wieder abscheidet. Inder fünffachen Menge Alkohol löst sie sich vollkommen klar in der Kälte auf,wogegen sie in Chloroform vollständig, in Aether, Benzol, Petroleumäther undSchwefelkohlenstoff nahezu unlöslich ist. Von Aetzammoniak, sowie vonNatronlauge wird die Aloe klar gelöst. Die Aloe enthält Spuren von ätheri-schem Oel; krystallisirbares Aloin (s. dort); in Wasser lösliches, amorphes,niclit näher bekanntes Aloebitter oder Aloetin (50 bis 60Proc); in Wasserunlösliches, nicht bitter schmeckendes Aloeharz (25 bis 30 Proc), sowie kleineMengen von Wasser, Eiweissstoffen und anorganischen Salzen. Die wässerigeLösung der Aloe besitzt schwach saure Beaction; verdünnte Schwefelsäure ver-ursacht darin eine Trübung, Gerbsäure und Bleiacetat eine graugelbe Fällung.Durch Aetzalkalien wird die wässerige Aloelösung dunkelbraun, durch Eisen-chlorid schwarz gefärbt.
Durch anhaltendes Kochen der Aloe" mit verdünnter Schwefelsäure (100 Thle.Aloe, 200 Thle. Wasser, 16 Thle. concentrirter Schwefelsäure) wird Paracumar-säure (siehe S. 1028), durch Kochen mit concentrirter Salpetersäure werdenAloetinsäure: C u H 4 (N0 2 ) 4 0 2 -f- H 2 0, Chrysamminsäure (siehe S. 1056),Pikrinsäure und Oxalsäure gebildet. Die Aloetinsäure, Tetra nitroanthra-chinon, bildet ein orangefarbenes, krystallinisches Pulver, welches wenig inWasser, leicht in Alkohol löslich ist. Aetzalkalien lösen sie mit rother, Aetz-ammoniak mit violetter Farbe. Durch Einwirkung von schmelzendem Kali-hydrat auf Aloe entstehen unter EntWickelung von Wasserstoff Orcin (sieheS. 943), Paraoxybenzoesäure (siehe S. 1004), Oxalsäure, flüchtige Fett-säuren, sowie die bei 115° C. schmelzende, in in Wasser schwer löslichen Nadelnkrystallisirende Alorcinsäure: C 6 H 2 (CH 3 ) 2 (O H)C O . OH -f H 2 0. WirdAloe mit Aetzkalk der trockenen Destillation unterworfen, so geht eine öligeFlüssigkeit — Aloisol — über, welche aus einem Gemenge von Xylenol:C 6 H 3 (CH 3 ) 2 . OH, Aceton und Kohlenwasserstoffen besteht. Sättigt man einenwässerigen Aloeauszug mit Chlor, so entsteht neben anderen Producten auchTetrachlorchinon: C 6 C1 4 0 2 (Chloranil). Brom ruft selbst in sehr starkverdünnter wässeriger Aloelösung noch eine gelbe Trübung oder Fällunghervor.
Wird eine wässerige, fast bis zur Farblosigkeit verdünnte Aloelösung miteinigen Tropfen Kupfersulfatlösung versetzt, so tritt eine gelbe Färbung ein,die nach Zusatz von etwas Chlornatrium und darauf folgendem gelindem Er-