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2 (1896) Organische Chemie
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Eigenschaften der ätherischen Oele.

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Formel (C l0 H l6 O) n entsprechenden Terpenabkömmlings. Diese alsA z u 1 e n bezeichnete, sehr unbeständige Verbindung scheint in denbetreffenden Pflanzen nicht präexistirend vorhanden zu sein, sondernbei der Destillation derselben mit Wasserdämpfen erst gebildet zuwerden. Die Azulene verschiedenen Ursprungs stehen nach ihremchemischen und physikalischen Verhalten zu einander in naher Be-ziehung. Gelb gefärbt ist das Curcumaöl. Nur wenige ätherische Oelezeigen Fluorescenz, wie z. B. das römische Kümmelöl, das Nigellaöl, dasSalbeiöl, das Neroliöl.

Im frisch bereiteten Zustand ist die Reaction der ätherischen Oele,mit wenigen Ausnahmen, eine neutrale; bei längerer Aufbewahrungnehmen sie jedoch theilweise saure Reaction an. Die sauerstofffreienätherischen Oele besitzen meist Rotationsvermögen, und zwar lenken siedie Polarisationsebene bald nach links, bald nach rechts ab. Einzelnederselben sind sogar in einer links - und in einer rechtsdrehenden Modi-fication bekannt (Terpentin -, Citronenöl etc.). Die sauerstoffhaltigenätherischen Oele zeigen nur ein schwaches Rotationsvermögen; vieleihrer sauerstoffhaltigen Bestandtheile sind sogar ohne Einwirkung aufden polarisirten Lichtstrahl. Lichtbrechungsvermögen ist bei vielenätherischen Oelen in hohem Maasse vorhanden.

In Wasser lösen sich die ätherischen Oele nur wenig auf, obschondas damit geschüttelte Wasser Geruch und Geschmack davon annimmt.Umgekehrt sind auch die ätherischen Oele im Stande, eine kleine MengeWasser aufzulösen. Das Lösungsvermögen des Alkohols vermindert sichmit dem Wassergehalt, so dass schon in Alkohol von 90 bis 91 Proc.manche der sauerstofffreien ätherischen Oele nur wenig löslich sind. InAether, Benzol, Chloroform, Eisessig, fetten Oelen und meist auch inSchwefelkohlenstoff lösen sie sich leicht auf. Auf Papier getropft, rufen.sie vorübergehend einen durchscheinenden Fleck hervor.

Bei der verschiedenartigen Zusammensetzung, welche die ätheri-schen Oele besitzen, ist naturgemäss auch ihr Verhalten gegen Agentienein sehr verschiedenes. Es soll letzteres daher im Wesentlichen bei derEinzelbesprechung der verschiedenen Gruppen, bezüglich deren haupt-sächlichsten Vertretern erörtert werden.

Durch Einwirkung von Luft und Licht erleiden die ätherischenOele nach kürzerer oder längerer Zeit eine Veränderung , welche manals Verharzung bezeichnet. Sie nehmen hierbei allmälig gelbe bisbraune Farbe, saure Reaction und dickflüssige Beschaffenheit an undverwandeln sich schliesslich in eine zähe, beinahe feste, harzartige Masse.Durch die Verharzung erleidet der Geruch und der Geschmack derätherischen Oele eine Veränderung, das specifische Gewicht und derSiedepunkt eine Erhöhung und die Löslichkeit in anderen Flüssigkeiteneine Verminderung. Ueber die Eigenschaft der ätherischen Oele, alsOzonträger zu wirken, siehe I. anorgan. Theil, S. 120.

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