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2 (1896) Organische Chemie
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Prüfung des Rohrzuckers.

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Genauer gestalten sich die Resultate, wenn man 35 bis 40 g des Rüben-breis im Soxhlet'schen Apparate (siehe Milch) mit absolutem Alkohol 2 bis3 Stunden lang extrahirt. Der alkoholische Auszug wird mit einer genügendenMenge von Bleiessig versetzt, dann mit absolutem Alkohol auf 100 ccm auf-gefüllt, filtrirt und der Polarisation unterworfen. Die beobachtete Drehungmultiplicirt mit 0,26048 (Soleil-Ventzke- S cheible r'scher Apparat) odermultiplicirt mit 0,1635 (Soleil'scher Apparat) ergiebt die in der abgewogenenMenge Rübenbrei enthaltene Zuckermenge.

Der mittelst der Saccharimeter ermittelte Gehalt an Rohrzucker hatnatürlich nur dann Anspruch auf Genauigkeit, wenn die zu untersuchendeSubstanz nur Rohrzucker und neben letzterem keine anderen Zuckerarten, wieTraubenzucker oder Invertzucker, enthält.

Um den Rohrzucker mittelst Fehling'scher Kupferlösung quantitativ zubestimmen, muss derselbe zunächst in Invertzucker übergeführt werden. Zudiesem Zwecke löse man etwa 1 g Zucker (genau gewogen) in 50 ccm Wasser,füge 10 Tropfen reiner Salzsäure von 25 Proc. zu, erwärme V 2 Stunde lang imWasserbade, neutralisire die Flüssigkeit mit Sodalösung und verdünne sieschliesslich nach dem Erkalten bis auf 100 ccm. In der so erzielten Lösungwerde alsdann der Zuckergehalt unter Berücksichtigung des Reductionsäqui-valentes des Invertzuckers (siehe S. 841) bestimmt. 360 Thle. des auf diese"Weise ermittelten Invertzuckers entsprechen 342 Thln. Rohrzucker.

Prüfung des Rohrzuckers. Zum arzneilichen Gebrauche werde derRohrzucker nur in Gestalt von Raffinade oder von bestem Kiystallzucker ver-wendet. Zur Herstellung der Fruchtsäfte diene möglichst ultramarinfreierZucker, da ein etwas beträchtlicherer Ultramaringehalt eine Entwickelung vonSchwefelwasserstoff zur Folge hat. Der Geschmack sei ein rein süsser. DerZucker sei frei von jedem Gerüche. Geringere, namentlich gepulverte Sortenzeigen häufig einen unangenehmen Melassegeruch. Letzterer macht sich be-sonders beim Oeffnen der zuvor längere Zeit geschlossen gewesenen Auf-bewahrungsgefässe bemerkbar.

In einer gleichen Gewichtsmenge Wasser löse sich der Rohrzucker zueiner klaren oder doch nur sehr wenig trüben, selbst auch nach Verlaufmehrerer Stunden nichts absetzenden, geruchlosen, neutralen Flüssigkeit vonrein süssem Geschmacke auf, welche auf Zusatz von Alkohol keine Trübungerleidet.

Die wässerige Lösung des Rohrzuckers (1 : 20) werde durch Kaliumoxalat-,Silbernitrat- und Chlorbaryumlösung gar nicht, oder nach einiger Zeit doch nurschwach opalisirend getrübt.

Schweflige Säure. Eine 1:2 bereitete Zuckerlösung werde mit einigenTropfen verdünnter Schwefelsäure angesäuert und mit frisch bereitetem, dünnemStärkekleister, dem etwas Jodsäure oder Kaliumjodat: KJO s , zugesetzt ist,überschichtet: allmälig eintretende blaue Zone —.

Invertzucker. Die 1 : 10 bereitete, mit dem gleichen Volum Fehling'-scher oder besser Sol daini' scher Kupferlösung gemischte wässerige Lösungdes Rohrzuckers erleide durch einmaliges Aufkochen keine Veränderung;eine Abscheidung von rothem Kupferoxydul weist auf einen Gehalt an Invert-zucker hin. Fügt man ferner zu einer mit wenig Ammoniak versetzten, zumKochen erhitzten Rohrzuckerlösung (1:10) einige Tropfen Silbernitratlösung(1 : 100), so zeige sich keine Veränderung. Bei Anwesenheit von Invertzucker ent-steht eine Braunfärbung, in Folge einer Abscheidung von metallischem Silber.

Zur quantitativen Bestimmung des Invertzuckers im Rohr-zucker löse man 25 g davon in wenig Wasser, versetze mit Bleiessig und