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2 (1896) Organische Chemie
Entstehung
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Kohlehydrate.

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tion nach sind dieselben, obschon sie meist den Charakter dreiatomigerAlkohole tragen, bisher wenig bekannt. Man kann sie entstandendenken durch Austritt eines Molecüls Wasser aus den Verbindungender Melitose-, Rohrzucker- oder der Traubenzuckergruppe.

Die den Formeln C 6 H 10 O ä , C 12 H 22 O n und C ls H 32 0 16 entsprechen-den Kohlehydrate können somit als die Anhydride der nach der FormelC 6 H 12 0 6 zusammengesetzten Körper angesehen werden. Ist es auchbisher noch nicht mit Sicherheit gelungen, Verbindungen der FormelC ö H 12 0 6 durch Wasserentziehung in jene Anhydride zu verwandeln, so•gehen letztere doch umgekehrt, beim Kochen mit verdünnter Schwefel-säure oder durch Einwirkung von Fermenten, durch Aufnahme vonWasser (hydrolytische Spaltung oder Hydrolyse), leicht inKohlehydrate der Formel C 6 H 12 0 G über:

c i8 H 32 0 i6 -f H 2 0 = C 6 H 12 0« -f C 12 H 22 O n

C12H220 11 -f H 2 0 = 2C 6 H 12 0 6

C 6 H io 0 5 4- H 2 0 = C«H 12 0 6 .

Die Kohlehydrate kennzeichnen sich durch die folgenden Eeactionen:

1. Erhitzt man ein Kohlehydrat in einem Beagensglase "bis zur eintreten-den Verkohlung, so findet sich unter den Zersetzungsproducten Für für ol:C 6 H*0 2 . Senkt man daher in das Eeagensglas ein Papier, welches mit einermit etwas Alkohol versetzten Lösung aus Xylidin in Eisessig (1 : 1) imprägnirtist, so färbt sich letzteres intensiv roth — Purfurolreaction —.

2. Beim Kochen der Kohlehydrate mit verdünnter Schwefelsäure oderSalzsäure wird Lävulinsäure: C 6 H 8 O s (siehe Bohrzucker), gebildet; in demDestillat ist Furfurol: C B H*0 2 , enthalten. Zum Nachweis des letzterenschüttelt man das Destillat wiederholt mit Chloroform aus, lässt dieses frei-willig bis auf ein sehr kleines Volum verdunsten, nimmt den Bückstand mitetwas starkem Alkohol auf, fügt einige Tropfen farblosen Anilins und endlichdrei Tropfen Salzsäure zu: eintretende Eothfärhung —. Die Pentosen (sieheS. 262) liefern unter den gleichen Bedingungen zwar Furfurol, jedoch keineLävulinsäure.

3. Uehergiesst man eine sehr geringe Menge eines Kohlehydrats (z. B.0,01 g Filtrirpapier) mit 1 ccm "Wasser, fügt zwei Tropfen einer alkoholischen«-Naphtollösung von 15 "bis 20 Proc. und hierauf ein gleiches Volum concen-trirter Schwefelsäure zu, so tritt eine Violettfärbung ein (Molisch). DiePentosen (siehe S. 262) liefern dieselbe Beaction.

Nach ihren chemischen Eigenschaften kann man die Kohlehydrateeintheilen in vorstehende vier Gruppen (siehe S. 772), oder in einfacheZuckerarten, Monosaccharide (Traubenzucker etc.), spaltbare Zucker-arten, Polysaccharide (Rohrzucker etc., Melitose etc.) und nichtzuckeräh nliehe Polysaccharide (Cellulose etc). Nach ihrenphysikalischen Eigenschaften theilt man dieselben ein in: a) Cellu-lose, b) Stärkearten, c) Gummiarten und d) Zuckerarten.Letztere Eintheilungsweise ist den nachstehenden Erörterungen zuGrunde gelegt.