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2 (1896) Organische Chemie
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Harnsedimente.

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Fig. 55.h

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treffenden Harns, am besten in Gefässen, die nach unten zu spitz zulaufen,mittelst des Mikroskopes an ihrer eigenthümlichen cylinder- oder schlauch-förmigen Gestalt erkannt. Die vorstehenden Abbildungen (nach 0. Funke)mögen die verschiedenen Formen illustriren, in denen die Harn- oder Nieren-cylinder in den Harnsedimenten auftreten. Man hüte sich, dieselben zu ver-wechseln mit Schleimgerinnsel (Fig. 54 a. v. S.), die sich zuweilen in sauremHarne finden — sogenannten falschen Harncylindern —. In letzterenfindet sich meist amorphes harnsaures Natrium, zuweilen auch Harnsäure undCalciumoxalat (siehe S. 445) eingelagert.

In der Regel ist der Harn, in welchem Harncylinder vorkommen, eiweiss-haltig, ferner sind diese Sedimente häufig begleitet von Eiter, Blut, Fett-tröpfchen etc.

Eiter. Die im sauer reagirenden Harne pathologisch vorkommendenEiterkörperchen setzen sich in der Buhe schnell zu Boden und können alsdann,nachdem der darüberstehende Harn möglichst durch Decantiren davon getrenntist, leicht der mikroskopischen Prüfung unterworfen werden. Die Eiterkörper-chen erscheinen unter dem Mikroskope als blasse, runde,granulirte, meist mit einem deutlich erkennbaren, bald ein-fachen, bald verschieden gespaltenen und geformten Kerneversehene Zellen (Fig. 55 a). Die Kerne treten besonders her-vor, wenn man unter dem Mikroskope einen Tropfen Essig-säure zufliessen lässt (Fig. 55 b). Eiterhaitiger Harn zeigtnach der Filtration stets Eiweissreaction. Vom Schleim,der in den mikroskopischen Formen bisweilen eine gewisseAehnlichkeit mit dem Eiter zeigt, unterscheidet sich letz-terer durch sein Verhalten gegen Kalihydrat. Uebergiesstman das fragliche, durch Absetzenlassen erhaltene Sedimentmit starker Kalilauge oder fügt ein Stückchen festes Aetz-kali zu, so verwandelt sich der Eiter in eine gallertartige,schleimige, fest an den Gefässwandungen haftende Masse, die unter dem Mikro-skope keine Eiterkörperchen mehr erkennen lässt; Schleim löst sich bei dergleichen Behandlung zu einer dünnen, flockigen Flüssigkeit auf ( D o n n e' seheEiterprobe).

Im alkalischen Harne, z. B. bei Blasencatarrh etc., wird der Eiter eben-falls in eine schleimige, gallertartige Masse verwandelt.

Pilze und Infusorien finden sich in jedem Harne, der einige Zeit beiLuftzutritt gestanden hat. Zuweilen (z. B. bei Blasencatarrh), namentlich beiverschiedenen Infectionskrankheiten, kommen auch Pilze (patho-gene) im frischen Harne, hier durch Vermittelung der Niere,vor. Diese Organismen sind meist sehr klein und ist daherzu ihrer mikroskopischen Untersuchung starke Vergrösserungund eine gewisse Uebung erforderlich. Von den Spaltpilzenist besonders häufig der Micrococcus ureae , welcher früheroder später aus der Luft in jeden Harn gelangt und hier, imVerein mit anderen Bacterien, den Zerfall des Harnstoffs indie alkalische Harngährung, einleitet. Derselbe bildetausserordentlich kleine, meist aus zwei Gliedern bestehende kurze Stäbchen, diesich nach einigen Tagen in Häufchen kleiner, glänzender Körperchen ver-wandeln, welche in eine schleimige Substanz eingebettet sind (Zoogloeahaufen).Von den Sprosspilzen kommen im sauren Harne zuweilen der Hefe ähnlicheZellen vor. Alter diabetischer Harn enthält bisweilen Hefezellen in Form von

Eiter.

Harnsarcinen.CO 2 und NH 3 ,