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2 (1896) Organische Chemie
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678
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678 Erkennung des Cyanwasserstoffs.

säure stark angesäuert, so scheidet sich Berlinerblau als ein tiefblauerNiederschlag ab. Sind nur Spuren von Blausäure oder eines Cyanidsvorhanden, so tritt bei obiger Prüfung zunächst nur eine grünliche Fär-bung auf, und es findet erst nach längerer Zeit eine Abscheidung blauerFlocken von Berlinerblau statt (Empfindlichkeitsgrenze 0,00003 g in2 com Flüssigkeit):

= KCN 4- H 2 0Cyankalium

= K 4 Fe(CN) 6 -f- K 2 SO*Ferrocyankalium

= Fe 4 [re(CN) 6 ] 3 + 12 KClBerlinerblau.

KOH

Fe SO 4

HCN 4-

Cyan Wasserstoff

6KCN +Cyankalium

3K 4 Fe(CN) 6 4 2 Fe 2 Ol 6Ferrocyankalium

2. Die mit Natronlauge neutralisirte Blausäurelösung oder die des zuprüfenden Cyanids werde mit einigen Tropfen gelben Schwefelammoniums im"Wasserbade zur Trockne oder besser nur bis zum Farbloswerden verdampft,der Rückstand mit Wasser aufgenommen, die Lösung mit Salzsäure angesäuertund alsdann mit Eisenchlorid versetzt. Eine hierbei eintretende blutrotheFärbung (Eisenrhodanid) zeigt die Anwesenheit der Blausäure, bezüglich einesCyanids (noch in einer Verdünnung von 1 : 400000) an:

NaCN 4- (NB>) 2 S 2 = NaCNS 4 (NH 4 ) 2 SCyannatrium Bhodannatrium

BNaONS 4 Fe 2 Cl 6 = Pe 2 (CNS) 6 4 6 NaCl

Bhodannatrium Eisenrhodanid

3. Wird die mit Kalilauge alkalisch gemachte Blausäurelösung mit einigenTropfen wässeriger Pikrinsäurelösung erwärmt, so tritt eine intensive Eoth-färbung von gebildetem isopurpursaurem Kalium: C 8 fl*KN 5 0 6 , auf.

4. Versetzt man eine verdünnte Blausäurelösung mit Kupferacetatlösung(1:10) und hierauf mit einem gleichen Volum wässeriger schwefliger Säure, sotritt, nachdem die Mischung annähernd mit Ammoniakflüssigkeit neutralisirtist, eine Ahscheidung von weissem Kupfercyanür: Cu 2 (CN) 2 , ein:

2(C 2 H 3 0 2 ) 2 Cu 4 2HCN 4 H 2 S0 3 4 H 2 0Kupferacetat Cyanwasserstoff

= Cu 2 (CN) 2 4- H 2 SO* 4- 4C 2 H*0 2Kupfercyanür Essigsäure.

5. Wird wässerige, verdünnte Blausäure mit einem Gemische gleicherTheile frisch bereiteter, alkoholischer Guajakharzlösung (1 : 100) und Kupfer-sulfatlösung (1 :400) überschichtet, so zeigt sich an der Berührungsfläche beiderFlüssigkeiten ein blauer Ring (vergl. unten).

6. Versetzt man die auf Blausäure zu prüfende Flüssigkeit mit einigenTropfen Kaliumnitritlösung, 2 bis 4 Tropfen Eisenchloridlösung und so vielverdünnter Schwefelsäure, dass die gelbbraune Farbe des zuerst gebildetenbasischen Eisenoxydsalzes eben in eine hellgelbe übergegangen ist, erhitzt dannbis zum beginnenden Kochen und fällt nun das überschüssige Eisen aus derabgekühlten Mischung mit einigen Tropfen Ammoniak, so enthält das Filtratbei Gegenwart von Blausäure alsdann Mtroprussidkalium. Fügt man daher zudem Filtrat 1 bis 2 Tropfen verdünnten, farblosen Schwefelammoniums, so tritteine schön violette Färbung ein (G. Vortmann).