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2 (1896) Organische Chemie
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Cyanverbindungen.

Alkylverbindungen des Kaliums und Natriums sind im isolirten Zustandenicht bekannt. Sie scheinen unter Abscheidung von Zink zu entstehen bei derEinwirkung von Kalium und Natrium auf die Zinkalkyle.

o) Cyanverbindungen.

Als Cyanverbindungen bezeichnet man eine Anzahl organischer

Körper, welche das einwerthige, im freien Zustande nicht existirende

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Kadical CK: Cyan (von xw.vog, blau), abgekürzt Cy, enthalten. Die

Cyangruppe CN zeigt in ihrem chemischen Verhalten eine gewisseAehnlichkeit mit den Halogenen Chlor, Brom und Jod, indem sie mit"Wasserstoff eine den Halogenwasserstoffsäuren entsprechende einbasischeSäure bildet und sich direct mit Metallen zu Salzen verbindet, die denHaloidsalzen sehr ähnlich sind.

Die Gruppe CN kann in den Cyanverbindungen in zwei isomerenModificationen auftreten, je nachdem die damit vereinigten Elementeoder Radicale mit dem Kohlenstoff- oder mit dem Stickstoffatom in Ver-bindung stehen (M = einwerthiges Metall):

C=N N=C

M

M

Das Eadical C=N, welches in den Metallverbindungen des Cyansihauptsächlich und in den Cyanverbindungen organischer Reste sehr

häufig vorkommt, bezeichnet man als echtes oder eigentliches

Cyan, oder auch als Carbonitril, während das isomere Radical N=C,

idessen Vorkommen bisher namentlich in Cyanverbindungen organischer

Reste mit Sicherheit bekannt ist, als Isocyan, Pseudocyan, oder

auch als Carbylamin benannt wird (s. unter Nitrile und Isonitrile).

Cyangas oder Dicyan: C 2 N 2 oder NCCN (freies Cyan), von Gay-Lussac im Jahre 1815 entdeckt, findet sich in geringer Menge in den Hoh-ofengasen. Künstlich wird es dargestellt durch Glühen von Quecksilbercyanid:Hg(CN) 2 = Hg + C 2 N 2 .Bei dieser Darstellung verbleibt in dem Entwickelungsgefässe ein poly-meres Cyan als eine lockere, braunschwarze Substanz, das Paracyan: (C 2 N 2 ) n ,welches erst bei starker Glühhitze in Dicyan übergeht. Leichter erfolgt dieZersetzung des Hg(CN) 2 bei Zusatz von HgCl 2 :

Hg(CN) 2 -f HgCl 2 = C 2 N 2 + Hg 2 Cl 2 .Auf nassem "Wege wird Dicyan erhalten durch Erwärmen einer Lösungvon CuSO 4 und KCN:

2CuS0 4 + 4KCN = Cu 2 (CN) 2 + C 2 N 2 -j- 2K 2 S0 4 .Auch durch Ueberspringen elektrischer Funken zwischen Kohleelektrodenin einer Stickstoffatmosphäre wird Dicyan in geringer Menge gebildet.