Spiritus aetheris nitrosi.
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Nitrohexan: C 6 H u .N0 2 , und Nitroootan: 0 8 H" . NO», entstehen auchdurch Erhitzen von Hexan, hezw. Octan mit Salpetersäure vom specif. Ge-wichte 1,075 auf 130 bis 140° C. Nitroethane entstehen ferner hei der Ein-wirkung rauchender Salpetersäure auf einige Ketone, z. B. Nitropropan:C 3 H 7 . NO 2 , aus Dipropylketon.
Salpetrigsäure-Methyläther: CH 3 . 0 . NO, ist ein angenehm riechen-des Gas, welches sich hei starker Abkühlung zu einer bei -— 12° siedendenFlüssigkeit verdichtet. Nitromethan: CH 3 . NO 2 , siedet bei 101° C.
Salpetrigsäure-Aethyläther: C 2 H 6 . 0 . NO, bildet eine leicht beweg-liche , in Wasser schwer lösliche, äpfelartig' riechende Flüssigkeit, welche bei-}- I 6° siedet und bei 15° ein specif. Gewicht von 0,947 besitzt. Nitroäthan:C 2 H B .N0 2 , siedet bei 113° C. und hat bei 13° C. ein specff. Gewicht von 1,058.
Spiritus aetheris nitrosi.
Syn.: Spiritus nitrico-aethereus, Spiritus nitri dulcis, versüsster
Salpetergeist.
Unter obigen Bezeichnungen findet eine Flüssigkeit arzneiliche Verwen-dung , welche meist aus einer Lösung von Salpetrigsäure - Aethyläther, Acet-aldehyd und kleinen Mengen Essigsäure - Aethyläthers in Alkohol besteht. DasMengenverhältniss dieser Verbindungen ist ein verschiedenes, je nach der Con-centration der zur Darstellung verwendeten Salpetersäure und je nach denBedingungen, unter denen letztere zur Einwirkung auf den Alkohol gelangt.
Eine solche Flüssigkeit wurde bereits im 15. Jahrhundert von BasiliusValentinus durch Destillation eines Gemisches aus Alkohol und Salpeter-säure bereitet und als Acidum nitricum dulcißcatum oder als Spiritus nitri dulcisbezeichnet. Der in diesem Liquidum enthaltene Salpetrigsäure-Aethyläther istjedoch erst im Jahre 1681 durch Kunkel abgeschieden worden.
Unterwirft man ein Gemisch gleicher Gewichtstheile starker Salpetersäure(vom specif. Gewichte 1,40) und Aethylalkohol der Destillation, so wird alsHauptproduct Salpetersäure-Aethyläther: C 2 H 5 . O . NO 2 , gebildet. Da jedochdie Salpetersäure leicht Sauerstoff abgiebt und sich hierdurch in salpetrigeSäure verwandelt, andererseits der Aethylalkohol leicht in seine Oxydations-producte übergeht, so mischen sich dem hierbei gebildeten Salpetersäure-Aethyläther stets kleinere oder grössere Mengen von Salpetrigsäure-Aethyl-äther: C 2 H 5 . O . NO, Acetaldehyd: CH 3 —COH, Essigsäure: CH 3 —CO . OH,und Essigsäure-Aethyläther: CH 3 —CO . OC 2 H 6 , bei, während im Destillations-rückstande Oxalsäure, Glyoxylsäure, Glyoxal und Glycolsäure in wechselndenMengen verbleiben. Aehnliche Producte entstehen, wenn ein Gemisch ausAethylalkohol und rauchender Salpetersäure der Destillation unterworfen wird.Der nach den älteren Vorschriften durch Destillation eines Gemisches aus3 Thln. rauchender Salpetersäure und 24 Thln. Aethylalkohol bereitete Spiritusnitrico aethereus enthielt daher als wirksamen Bestandtheil hauptsächlich denunter Umständen sehr explosibelen Salpetersäure-Aethyläther.
Unterwirft man nach den Angaben der Pharm, germ. Ed. II. ein Gemischaus 12 Thln. Salpetersäure (vom specif. Gewichte 1,18) und 48 Thln. Alkoholvon 90 bis 91 Proc. nach zwölfstündigem Stehen der Destillation, so geht an-fänglich nur reiner Alkohol über; erst gegen Ende der Destillation findet einelebhafte Einwirkung statt, indem ein Theil des Alkohols durch die Salpeter-säure zu Acetaldehyd und Essigsäure oxydirt wird, und die hierdurch erzeugtesalpetrige Säure alsdann ihrerseits die Bildung von Salpetrigsäure-Aethylätherveranlasst: