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2 (1896) Organische Chemie
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«-Trichlormetlian, Aether anaestheticus.

und ebenfalls, wie schon auf S. 156 angedeutet, die in vorstehender Zusammen-stellung enthaltenen Tri-, Tetra-, Penta- und Hexachloräthane gebildet.

Das Aethylenchlorid findet als locales Anästhetioum beschränktearzneiliche Anwendung.

Prüfung. Die gute Beschaffenheit des Aethylenchlorids ergiebt sich durchdas specif. Gewicht: 1,2545 bei 15° C, den constanten Siedepunkt: 84 bis 86° C,die vollständige Flüchtigkeit, die neutrale Eeaction und die Abwesenheit vonfreiem Chlor und von Salzsäure (vergl. Prüfung des Chloroforms). Schütteltman bei gewöhnlicher Temperatur das Aethylenchlorid mit einem gleichenVolumen concentrirter reiner Schwefelsäure, so erleidet letztere bei vollstän-diger Reinheit des Präparates erst nach mehreren Stunden eine schwacheBräunung*).

TJeber die Prüfung auf Chloroform siehe unter Aethylidenchlorid.

«-Trichlorathan: CH 3 —CC1 3 .

Syn.: Methylchloroform, Aethenyltrichlorid.

Das vorübergehend als Anästhetioum verwendete ß-Triehloräthan entstehtbeim Einleiten von Chlor in Aethylidenchlorid und Bectification der hierbeigebildeten Producte. Farblose, chloroformartig riechende Flüssigkeit vom Siede-punkt 75° C. und vom specif. Gewicht 1,346 bei 15° C. Durch Einwirkung vonAluminiumjodid geht das Methylchloroform in das in Octaedern krystallisirende,bei 92°C. schmelzende Methyljodoform: CH 3 —CJ 3 , über.

Aether anaestheticus.Syn.: Aether anaestheticus von Aran, —von Mialhe, — von Wiggers.

Unter obigen Bezeichnungen fand früher eine Flüssigkeit als AnästheticumAnwendung, welche ihrer Zusammensetzung nach als ein Gemenge von Aethy-lidenchlorid, « -Trichlorathan, a-Tetrachloräthan, Penta-chloräthan und zum Theil auch Hexachloräthan zu betrachten ist.

Der sogenannte Aran'sche Aether wird erhalten bei längerer Einwirkungvon Chlor auf Monochloräthan oder auf Aethylidenchlorid. Um denselben dar-zustellen, bringt man ein beliebiges Quantum Aethylidenchlorid in einen Cy-linder, bedeckt dasselbe mit einer Schicht "Wasser und leitet bei zerstreutemTageslichte langsam so lange Chlor ein, bis das speeifische Gewicht der unterenFlüssigkeitsschicht annähernd auf 1,60 gestiegen ist. Das auf diese "Weise er-haltene Product ist alsdann durch wiederholtes Waschen mit verdünnter Soda-lösung (1:10) zu entsäuern, hierauf mittelst Chlorcalcium zu entwässern undschliesslich zu rectificiren.

Der A l- a n ' sehe Aether ist eine farblose, ätherisch riechende Flüssig-keit von 1,55 bis 1,60 specif. Gewicht, welche zwischen 110 und 150° siedet.Durch Einwirkung von Luft und Licht erleidet derselbe sehr leicht eine Zer-setzung.

*) Die Handelssorten färben die Schwefelsäure meist sofort mehr oder minderbräunlich.