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Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
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Wiederkäuer.

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Menschen, sein bestes Lastthier, ausgezeichnet durch seine Schnelligkeit,seine Kraft und seinen Muth unter einem muthigen Reiter. Kein anderesThier, den Hund ausgenommen, hat sich so die Zuneigung des Menschenerworben wie das Pferd. Der hoch eivilisirte Sportsmann, der Kosak, Kir-gise oder Araber sind sich darin gleich. Die nomadischen Stämme Ost-europas und Nordasiens, Kalmücken, Tartaren, Baschkiren bereiten durchGährung der, durch ihren grossen Milchzuckergehalt ausgezeichneten Pferde-milch ein spirituöses Getränk, den Kumiss.

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8. Wiederkäuer. Ruminantia.

Die Wiederkäuer sind Säugethiere mit gespaltenen Klauen und einemin Abtheilungen getrennten Magen. Ihre Füsse endigen in zwei Zehen,welche im Hufe eingeschlossen das Aussehen von einem gespaltenen Hufehaben. Oft sind zwei dahinter liegende kleinere nicht auftretende Zehen(Afterzehen) vorhanden. Es fehlen ihnen* mit Ausnahme der Kameelartigen;die Eckzähne, meistens sind auf jeder Seite, oben und unten 6 zusammen-gesetzte Backenzähne vorhanden. Die Schneidezähne fehlen ihnen oben,unten sind gewöhnlich acht vorhanden. Ausgezeichnet vor allen andernThieren sind sie durch das Wiederkäuen, d. h. durch die Eigenschaft dieschon einmal gekaute und verschluckte Speise nochmals in den Mund ge-langen zu lassen und nochmals zu kauen. Es beruht dies auf einer ganz

besonderen Einrichtung ihresFig. 355. Magens. Dieser ist durch Ein-

schnürungen in vier, bei eini-gen in drei, besondere Abthei-lungen getrennt./Fig. 355 stelltden Magen der Wiederkäuervor."] Durch Sp. die Speiseröhreund M den Magenmund gelan-gen die gekauten Nahrungsmit-tel mit dem alkalischen Spei-chel in den Pansen P, diegrösste der Magenabtheilungen,um hier einige Zeit zu digeri-ren. Aus dem Pansen gelan-gen die Speisen in die kleinereobere Abtheilung die Haube H, die eben so wie der Pansen kein Secretabsondert, sondern nur die eingeweichten, zusammengeballten Speisen wie-der in den Mund hinauf schickt. Hier werden sie zum zweiten Malegekaut und gelangen dann durch die Speiseröhre unmittelbar in den drit-ten, den Blättermagen Bl. Dieser ist der kleinste von allen, fehlt bei eini-gen Wiederkäuern und hat, wo er vorhanden ist, in seinem Innern eineMenge von getheilten Wandungen, die ihm das Aussehen eines zusammen-gelegten Buches geben. Von ihm gelangen die jetzt ganz breiförmig zer-malmten Speisen in die vierte Abtheilung, den Labmagen oder eigentlichenMagen L. Dieser ist in seinem Bau und seiner Funktion dem einfachenMagen der übrigen Thiere gleich. Es sondert ein Secret ab, welches dieZersetzung der Nahrungsmittel bedingt und gelangen diese dann bei g d in-dem zersetzten und für die Ernährung hergerichteten Zustand in den Zwölffin-gerdarm. *In der Jugend, der Zeit der Milchnahrung, ist nur der Labma-gen in Funktion; sobald aber vegetabilische Kost die Muttermilch ersetzt,tritt der Pansen in Funktion und wird mit dem Alter des Thieres immer

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