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Einige allgemeine Erscheinungen des Thierlebens.
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mittel derjenigen Thiere, welche auf die Thiernahrung angewiesen sind.Instinkt tritt dann gegen Instinkt auf und bedingt in der ganzen Thierwelt,sei es im Wassertropfen, oder Urwald, oder Ocean einen unaufhörlichenKampf. Grössere Kraft, Schnelligkeit, Schlauheit machen den Sieger. AlsHerr über alle schafft die Vernunft den Menschen. Der Mensch besiegt diegrössere Kraft des Löwen, des Elephanten und des Wallfisches, die Sehlauig-keit des Fuchses, der Gemse, des Auerhahns, des Bibers, der Fischotter etc.ebenso wie die Schnelligkeit des Adlers, des Strausses, der Gazelle etc.
Bei manchen Thieren ist der Instinkt in bewunderungswürdigem Gradebis zum Kunsttrieb gesteigert. Hier äussert sieh derselbe theils in demBau künstlicher Wohnungen, z. B. der des Bibers, einiger Vögel, der Biene,Wespe etc., theils in der Darstellung feiner zarter Gewebe, wie der derSpinne, Seidenraupe etc.
Wanderthiere. Zugvögel. Der Nahrungs- und Erhaltungstriebnöthigt viele Thiere ihre Wohnorte zu wechseln. Dies geschieht, entwederregelmässig bei dem Eintritt des Winters, wo gewisse Thiere — ZugthiereZugvögel — wärmere Gegenden aufsuchen, wie z. B. der Lemming , dieSchwalben, Lerchen, Wachteln, Störche, etc. oder es hat als Ursache nurzufällige Vorkommnisse, Mangel an Nahrung, Ueberfülle der Erzeugung etc.wie bei den Wanderthieren, Wandertauben, Heuschrecken, etc.
Der Schlaf. Bei allen höher organisirten Thieren findet mit demWechsel von Tag und Nacht ein Wechsel des körperlichen Zustandes Statt,den wir mit Schlaf und Wachen bezeichnen. Der Schlaf dient zur Er-holung, zum Ausruhen der angestrengten Muskel- und Nerventhätigkeit, dasWachen ist die Zeit der Thätigkeit. Bei den niedriger organisirten Thierenfindet ein Wechsel von Schlaf und Wachen nicht Statt.
Für das Eintreten des Schlafes der meisten der höher organisirtenThiere, der Säugethiere, Vögel und Amphibien ist das Verschwinden derSonne am Horizonte das Zeichen. Einige derselben sind indess durch ihreOrganisation auf das Einnehmen ihrer Nahrung in den Stunden der Däm-merung, oder wo diese nicht stattfindet, auf die Nacht angewiesen.
Einige Thiere fallen mit dem Eintritt der kalten Jahreszeit in einenlang dauernden, von dem Tageswechsel unabhängigen, schlafähnlichen Zu-stand, den Winterschlaf. Hierbei werden indess alle Funktionen derOrgane, die Ernährung, der Blutumlauf zeitweise bedeutend herabge-stimmt. Der Blutumlauf, das Athmen, die Blutwärme werden geringer,welches bei dem nächtlichen Schlaf nicht der Fall ist. Fledermäuse, Bären,Murmelthiere etc., von den Vögeln nur die Schwalben, halten Winterschlaf.Dahin gehört auch der Zustand der Erstarrung, in welchen viele Reptilien,die Insekten als Puppen, viele Mollusken etc. verfallen.
Thi erlaute. Von dem wüstebeherrschenden Brüllen des Löwen an biszu dem Nachtigallenschlag und dem Zirpen der Grille herrscht eine aus-serordentliche Vielseitigkeit und Verschiedenheit in den Thierlauten. EineStimme, d. h. ein dem menschlichen Stimmorgane ähnliches Organ, be-sitzen nur die höher organisirten Thiere, die Säugethiere und besonders dieVögel. Unter letzteren wiederum vorzugsweise die Singvögel. Hier istdas Stimmorgan in bewunderungswürdigster, zartester Weise gebildet. DieLaute vieler Reptilien werden nur durch Schwingungen der Kehlhäute er-zeugt, wie z. B. die des Brüllfrosches, der Schlangen und Eidechsen. DieFische bringen einen schnauzenden Sehall nur durch Zusammenschlagenund Trennen der Lippen hervor, wie z. B. Karpfen, Lachsforellen. Unterden Insekten bringen einige Käfer durch das Reiben des Halsschildes anden Flügeldecken einen Ton hervor. Die Grille hat hierfür einen besonde-ren Singapparat. Einige Zweiflügler bewirken ihr Summen durch die