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Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
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973
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Blutgefässe.

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Die Arterien führen hellrothes, zur Assimilation geeignetes Blut. Man er-kennt sie leicht an der Bewegung des Blutes in ihnen, an dem Pulsiren.Ihre Verzweigungen bilden das Arteriensystem. Die wichtigsten sindin Fig. 345 und 346 angedeutet. Der Hauptarterienstamm, grosse Kör-perarterie (Aorta) Fig. 345 und 346 entspringt aus der linken Herz-kammer und verzweigt sich in mehrere Hauptäste, die entlang den beidenSeiten des Halses nach dem Kopf, andere nach den Armen und nach denSchenkeln gehen und sich von hier in zunehmend feineren Geflechten überden ganzen Körper verbreiten. Die Lungenarterie tritt aus der rechtenHerzkammer aus und verzweigt sich in den Lungen.

Venen. Die feinsten Endungen der Arterien stehen mit den imAnfange eben so zarten Venen oder Blutadern in Verbindung. Die Venengleichen den Arterien ganz in ihrer Form, nur sind sie weniger straff alsdiese. Auch ist ihre Bestimmung eine andere. Die feinsten Endtheile derVenen vereinen sich bald in stärkere Zweige, diese zu Hauptästen, ausdenen das Venensystem gebildet ist. Die wichtigsten Zweige sind in Fig.345 und 346 angedeutet.

Die Venen nehmen durch ihre Endfasern das aus den Endfasern derArterien tretende, im Körper nicht assimilirte Blut auf. Dieses wird in denVenen mit dem durch die Lymphgefässe aus dem Nahrungssafte (Chylus)stammenden kohlenstoffreichen Stoffen vermischt und gelangt in dieserForm als kohlenstoffreiches, dunkelrothes Blut aus den Venen in das Herz.

Die Venen sind nicht in dem Maasse prall mit Blut gefüllt als die Ar-terien. Verletzungen der Venen sind nicht so gefährlich, als die der Arte-rien. Das Oeffnen der Venen an Beinen und Armen zum Behufe der Blut-entziehung heisst Aderlass.

Lymphgefässe oder Saugadern sind diejenigen Gefässe, welcheden veränderten Nahrungstoff (Chylus), später Lymphe, in weiten Verzwei-gungen durch den Körper führen und mit den Adern in Verbindung setzen.

Kreislauf des Blutes. Das Blut ist in steter, ununterbrochenerBewegung im Körper. Sind die Höhlungen des Herzens mit Blut gefüllt,so zieht sich das Herz zusammen. Zu gleicher Zeit schliessen sich dieKlappen der in das Herz mündenden Venen. Durch die Contraction desHeizens wird daher alles in den Höhlungen desselben vorhandene Blut indie Arterien, deren Klappen sich unter diesem Drucke öffnen , getrieben.Das arterielle Blut wird durch die Contraction des Herzmuskels innerhalbdes ausserordentlich fein verzweigten Arteriensystems durch den ganzenKörper geführt und auf diesem Durchgange zum Theil von dem Körperassimilirt. Die Bestandtheile des Blutes wandeln sich hier unter der vitalenKraft (Lebenskraft) des Organismus so, dass ein Theil derselben zu denfesten Gebilden wird, aus denen die Körpertheile bestehen. Die elemen-taren Erfordernisse zu dieser Bildung sind alle im Blute gegeben. Muskel,Nerven, Knochen, Haut, Haare, Nägel, alle Gefässe und Organe haben sichaus dieser Quelle gebildet. Ein anderer Theil des arteriellen Blutes, undzwar derjenige wässerige Theil derselben, dessen Gehalt an assimilirbarenStoffen zu Körperbestandtheilen geworden ist, wird als wässerige Flüssig-keit, Schweiss, ausgeschieden. Endlich wird ein Theil des arteriellen Blutesnicht assimilirt und nicht ausgeschieden, sondern geht unverändert durchdie letzten Endfasern der Arterien in die Venen über. Bis dahin wird esdurch die Contraction des Herzmuskels gedrängt. Jede Zusammenziehungeines Muskels, mithin auch die des Herzmuskels hat eine Grenze und wirddurch die Gegenwirkung einer andern Muskelthätigkeit aufgehoben. Trittdies bei der Contraction des Herzmuskels ein, so schliesst das rückströ-wende Arterienblut die von aussen nach innen schliessbare Klappen der