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Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
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Sinnorgane.

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Die Poren der Haut und der Schweiss. In der Oberhaut sindausserordentlich feine und zahlreiche Vertiefungen, diePoren oderSchweiss-löch er. In ähnlichen Vertiefungen wurzeln die Haare. In ihnen tritt das in demKörper circulirende Blut in nächste Berührung mit der Luft. Die Häute, diehier zwischen demselben und der Atmosphäre liegen, sind nicht ganz un-durchdringlich für Flüssigkeiten und für deren Dämpfe. Unterstützt durchdie innere Blutwärme verdunstet ein Theil der wässerigen Bestandtheiledes Blutes, vermischt mit Ammoniakverbindungen durch die Poren undHaargefässe und bildet zu Tropfen condensirt den Schweiss. DerSehweiss besteht hauptsächlich aus Wasser; die darin enthaltenen Salzesind überwiegend Ammonverbindungen.

Für den Menschen ist die Ausdünstung durch die Haut eine Lebens-bedingung. Für ihn und eine grosse Anzahl Thiere ist ihre gänzliche Un-terdrückung tödüich, eine theilweise hat stets Krankheiten im Gefolge.Vermehrt man den Blutandrang nach der Haut, so erfolgt eine grössereSchweissabsonderung. Hierin liegt die Wirkung schweisstreibender Mittel.

Der Geschmackssinn.

Zunge. Das Organ des Geschmackssinnes der höher entwickeltenThiere ist die Zunge. Die Zunge ist ein fleischiges mit Nervenwärzchen(Papillen) besetztes Organ. Sie ist vorhanden bei allen Wirbelthieren undbei vielen wirbellosen Thieren. Bei den Säugethieren ist sie am ausge-bildetsten, schwächer bei den Vögeln und den Reptilien. Fische haben einesehr kleine Zunge.

Bei denjenigen Thieren, welche keine Zunge besitzen, denen aberdoch nach ihren Verrichtungen und der Wahl ihrer Nahrung der Ge-schmackssinn inne zu wohnen scheint, liegt derselbe wahrscheinlich in allenTheilen der Mundhöhle.

Die Körper wirken nur dann auf den Geschmackssinn, wenn sie inder aus den Speicheldrüsen abgesonderten eigenthümlichen wässerigen, amöftesten schwach alkalischen Flüssigkeit, dem Speichel, löslich sind. Kör-per, welche darin unauflöslich sind, sind auch geschmacklos.

Der Geruchssinn.

Nase. Das Organ des Geruchssinnes ist die Nase. Die Nase istals besonderes Organ nur bei den Wirbelthieren vorhanden. Sie bestehtwesentlich aus dem Riechbein. Das Rieehbein ist aus vielen dünnenBlättehen zusammengesetzt und mit einer schleimigen, vielfach verzweigtenund zusammengefalteten Haut, der Riech hau t, überzogen, in welcher sichder Riechnerv, ausserordentlich fein verzweigt, vertheilt. Sie ist der eigent-liche Träger des Geruchssinnes.

Aeusserlich besteht die Nase meistentheils aus zwei Höhlungen. Beidem Menschen steht die Nase durch zwei Gänge mit dem Gaumen in Ver-bindung. Die Einnahme von Luft beim Athmen kann daher auch durchdie Nase geschehen. Dasselbe findet bei den Säugethieren, Vögeln undFischen statt. Bei den Fischen schliessen sich die Höhlungen blindsack-förmig. Bei den weniger entwickelten Thieren hat man, obwohl die Wahr-scheinlichkeit vorhanden ist, dass auch sie Geruchssinn besitzen, doch nochkein sichtbares Geruchsorgan wahrnehmen können.

Durch den Geruchssinn lassen sich nur dann Körper wahrnehmen,wenn sie in flüchtiger Form sich der Atmosphäre mitgetheilt haben und in

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