Der Werth des Linne'sclien Svstemes.
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Genera, zusammenzustellen und die Genera in grössere Ordnungen undKlassen zu bringen. Diese Vorzüge treten dann recht eigentlich hervor,wenn mau die principielle Bedeutung einer Art, Species, einer Gattung,Genus, einer Familie und einer Klasse betrachtet. Ein Kreis von Pflanzen-individuen, welche im Bau ihrer einzelnen Organe (Wurzel, Stamm, Blätter,Blüthen, Frucht, Samen) übereinstimmen, ist eine Art, Species. MehrereArten, die in der Gestalt, Theilung und Anheftung der ßlüthentheile undFrüchte übereinstimmen, bilden ein Geschlecht, Genus. Mehrere Geschlechter,weichein den allgemeinen Formen und Gestall ungen der Blüihen und Frucht-theile übereinstimmen, bilden eine Ordnung oder Familie und mehrere Familien,die in der allgemeinsten Anordnung der ßlüthentheile zusammentreffen,bilden eine Klasse. Diese entschiedenen Vortheile, welche sich durch ge-naue Charakterisirung und Trennung immer mehr erweitern werden, müs-sen dahin führen, dass die natürlichen Systeme mit der Zeit die einzig ge-bräuchlichen sein werden.
Hierzu tragen auch die Fehler des Linne'schen Systems das ihrigebei. Die Fehler und Unsicherheiten des Linne'schen Systemes beruhenhauptsächlich auf der Veränderlichkeit derjenigen Organe, welche die we-sentliche Grundlage der Eintheilung derselben bilden. Die Zahl der Staubgefässeund Pistille ist zuweilen in den verschiedenen Blüthen einer und derselbenPflanze verschieden, die Verwachsung der Staubgefässe in der XVI. undXVII. Klasse, die Trennung der Geschlechter und auch das polygamischeVerhältniss der Pflanzen, deren Klasseneintheilung darauf beruht, ist oftsehr wechselnd und es werden endlich durch die Linne'sche EintheilungPflanzen, welche nach ihrem ganzen Bau unverkennbar zusammen gehören,z. B. die Gräser , in verschiedene Klassen zerstreut.
Erwägt man indess die Vortheile und Nachtheile der Systeme nichtdoctrinär, sondern in Bücksicht auf den uns vorliegenden Zweck, so kehrensich dieselben um. Die Eintheilung der natürlichen Systeme, besonders die desDecandolle'schen hat den grossen Nachfbeil, dass sie so wenig Klassenbietet, dass ferner dieselbe prineipiell von Organen abhängt, welche vondem Anfänger, auch unter Anleitung schon schwierig aufgefunden und fest-gehalten, ohne Anleitung aber und in den hier vorhandenen Grenzen garnicht zu behandeln ist. Dagegen treten, in Kücksicht auf den vorliegendenZweck, die Vorzüge des Linne'schen Systemes entschieden hervor; dasLinne'sche System ist sehr einfach, es ist für den Anfänger leicht fasslich,und die Klassen und Ordnungen freien so scharf hervor, dass es ausdiesen nächstliegenden Gründen hier zur Eintheilung und Beschreibung derin Deutschland wachsenden officinellen Pflanzen benutzt worden ist.
Von denjenigen officinellen Pflanzen, welche nicht in Deutschlandwachsen, ist hier, entsprechend dem in sämmtlichen deutschen Pharma-copöen ausgeführten Modus, blos die Klasseneintheilung und die Beschrei-bung der davon stammenden Droguen gegeben werden.
Dringend nothwendig für das botanische Studium ist das eigene Sam-meln von Pflanzen und die Anlegung eines Herbariums. Nach den Be-stimmungen sämmtlicher Medicirialordnungen soll ein solches in jeder Apo-
theke
vorräthig sein
Ziurek, Elementar-Handbucli der Pbarmacie
und besonders die officinellen Pflanzen umfassen