Druckschrift 
Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
Entstehung
Seite
834
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

■H

834

Functionen der Blätter.

springen. Fig. 300. Entspringen die Blattstielchen alle aus der Spitze derSpindel, so heisst ein solches Blatt nach der Anzahl der Blättchen Drei-blatt, f. ternatum, Vierblatt, f. quaternatum etc., gefingert, f. di-gitatum mit 5 oder mehr Blättchen Fig. 301.

Fig. 300.

Fig. 301.

Die Oberfläche der Blätter. Zuweilen giebt auch die Gestal-tung der Oherfläche des Blattes Anhaltspunkte zu dessen näherer Beschrei-bung. Es ist jene entweder flach, planum, vertieft, concavum, ge-keilt, carinalum, gefaltet, plicatum, runzlig, rugosum, durchschei-nend punktirt, pellucide punctatum etc.

Besondere und abnorme Gestaltungen. Nicht selten ver-wachsen, verkümmern oder verändern sich einzelne Theile des Blattes.Hieraus entstehen besondere oder abnorme Gestaltungen der Blätter. Un-ter die ersteren ist zu zählen das durchwachsene Blatt, f. perfolia-tum Fig. 302; das verwachsene Blatt, f. connatum. Fig. 303. Ab-

Fig. 302.

Fig. 303.

Fig. 304.

norme und verkümmerte Blätter, Blättchen und Blattstiele treten zuwei-len als Schüppchen, Stacheln und Banken auf. Ein Blatt mit ästiger Rankestellt Fig. 304 dar.

Functionen der Blätter.

Im Allgemeinen ist die Function der Blätter schon erwähnt wor-den. Es besteht dieselbe: in der Verdunstung von Wasser, in der Auf-nahme und der Ausscheidung von Gasarten.

Der erste Theil der Verrichtung, die Verdunstung, geschieht haupt-sächlich durch die Spaltöffnungen der Blätter. Die nächste Folge der Ver-dunstung ist, dass der bis zu der Oberfläche des Blattes gelangte Pflanzen-saft durch die Verdunstung Wasser verliert, also coneentrirter wird. Damit