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Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
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Stamm.

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wäldern Südamerikas auf und tragen nicht wenig zu der Wundersamkeitder Vegetation dieser bei.

Die schwimmende Wurzel, radix natans. Die Wurzel vielerWasserpflanzen taucht oft nur unter die Oberfläche des Wasserspiegels underreicht nicht den darunter befindlichen Boden; derartige Wurzeln nenntman schwimmende Wurzeln.

Wurzelhaare, pili radicales. Aus den Wurzelästen, oder wenndiese fehlen, unmittelbar aus der Hauptwurzel entspringen die Wurzel-haare. Sie bestehen aus einem einfachen Kanal ohne Querwände.

Wurzelschwämmchen, spongiolae radicales. Die zelligen,von der Cuticula nicht umgebenen, Enden der letzten Wurzelästchen, diezuweilen eine erweiterte knopfförmige Gestaltung angenommen haben, sinddie Wurzelschwämmchen.

Verrichtung der Wurzel.

In dem erwähnten Sinne hat die Wurzel für die Ernährung der Pflanzezu sorgen. Diese Ernährung geschieht durch die Aufnahme des Nahrungs-saftes aus dem Boden und durch die Fortleitung des aufgenommenen Saftesnach dem Stamme.

Alle Theile der Wurzel nehmen an der Aufnahme des Saftes Theil.Vorzugsweise geschieht dieselbe aber durch die Wurzelhaare und durchdie von der Cuticula entblösten Wurzelschwämmchen.

Der Process, vermittelst desselben die hier thätigen Zellen die Auf-nahme bewirken, ist der schon erwähnte Durchschwitzungsprocess, durchwelchen die Pflanzenzellen überhaupt ihre Thätigkeit äussern. Durch diesentreten Wasser und die darin gelösten Stoffe in die letzten, mit dem Bodenin unmittelbare Berührung befindlichen, Zellen und gelangen auf dieselbeWeise, aber fortdauez-nd verändert, von Zelle zu Zelle in den Stamm undvon diesen aus in die Knospen und Blätter.

Nur im Wasser lösliche Bestandtheile können daher von der Wurzelaufgenommen werden. Die Thätigkeit der Wurzel und die äussere Gestal-tung derselben, so wie die Richtung, welche sie für ihre Ausbreitung wählt,stehen in einem inneren, lebendigen Zusammenhange. Breitet die Wurzelsich aus und hat sie dafür die Wahl zwischen den Stellen, aus denen fürsie Nahrung quillt und solchen, die ihr diese Nahrung nicht bieten, so ge-schieht die Ausbreitung vorwiegend stets in den erstem. Dieser innereDrang ist zuweilen so merkwürdig, dass sie Gemäuer oder Felsspalten durch-dringt, um ihren Weg nach solchen nahrungsversprechenden Orten zuAnden.

Eine weitere Bestimmung der Wurzel ist die Befestigung der Pflanzeauf dem ihr gewordeneu Standorte.

Der Stamm.

Die allgemeine Gestaltung des Stammes.

Derjenige Theil der Pflanze, welcher nach der gesche-henen Keimung nach oben wächst ist der Stamm, eaudex. Zu-erst ist es stets nur ein einzelner; nicht immer wächst aber dieser in derRichtung der Hauptaxe grade und aufrecht, er verzweigt eich zuweilenunmittelbar über dem Boden in viele Nebenstämme, zuweilen ist er sehrverkürzt und erhebt sich kaum über die Erdoberfläche.