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Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
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Ernährungsorgane.

Fig. 278. mung ist die Verbindung der Intercellularräume, wel-

che unmittelbar unter ihnen beginnen, mit der äus-seren Luft zu vermitteln.

Die Spaltöffnungen sind besonders auf der un-teren Seite der Blätter häufig.

Oberhaut. Cuticula. Ueber der Oberschichtbreitet sich als letzter Ueberzug eine dünne Lage ei-ner zellenlosen Substanz, die entweder aus einer Ver-dickung der Zellenwände der Oberhautzellen, oderdurch Absonderungen dieser entstanden ist. Dieseletzte Schicht ist die Oberhaut, Cuticula.

Haare, Borsten, Stacheln, Warzen. Ein-zelne Oberhautzellen erleiden oft eine sehr in dieLänge gezogene Veränderung ihrer Form. Sie erhe-ben sich dann in Form kleiner W ärzchen oder alsHaare, Borsten oder Stacheln über die Ober-haut.

Kork. Aeltere Oberhaut, welche keine Spalt-öffnungen besitzt, und aus einem Gewebe mehrererLagen tafelförmiger Zellen besteht, die bald absterben und trocken wer-den , stellt den Kork dar.

Ernährungsorgane.

Verfolgt man die Pflanzenzellen und die aus ihnen und durch sie her-vorgegangenen Gefässe und Gewebe in ihrer Thätigkeit in den verschiede-nen Organen der Pflanze, der Wurzel, dem Stamm, den Blättern, den Blü-then, den Früchten der Pflanze, so wird man sie dort Verrichtungen aus-führen sehen, welche denjenigen zu gleichen scheinen, die die Ernährungs-und Fortpflanzungsorgane des Thierwesens auszuführen haben.

Eine derartige Analogie ist indess nur eine scheinbare, ihre Vorstel-lung ist ein Irrthum. Doch liegt ihre Erklärungsweise den menschlichenBegriffen so nahe und ist als erstes Verständniss für dieProcesse des Pflan-zenlebens so instructiv, dass der Anfänger gut thut sich in diese Vorstel-lungsweise hineinzudenken, bis er dann durch weitere und eigene Forschunglernt sich über dieselbe zu erheben. Er wird dann zeitig genug finden,dass das Leben nach menschlichem Begriff eben ein sehr einseitiger Begriffist und dass nicht menschliche Theorien sondern ein göttliches allmächti-ges Walten diesen Begriff in einer unendlichen und unfassbaren Ausdeh-nung auf alles Vorhandene ühertragen hat.

Die erwähnte irrige Vorstellung der Lebensprocesse der Pflanze unddie unmittelbar daraus gefolgerten Schlüssse sind auch die Veranlassunggeworden, dass man besonders über den Vorgang der Ernährung derPflanze in den heftigsten Streit gerathen ist, Es handelte sich in diesemStreite um die Entscheidung: ob die Pflanze ihre Nahrung nur aus demBoden, wie man seit Jahrhunderten geglaubt hatte, oder ob sie dieselbenur aus der Luft schöpfe, wie ein genialer aber sehr häufig irrender deut-scher Gelehrter behauptete. In Wahrheit ist weder das eine noch das an-dere ausschliesslich der Fall, sondern es zieht die Pflanze das, wasman ihre Nahrung nennt, aus beiden Quellen. Für alle vollkommenerenPflanzen ist der Boden die Hauptquelle ihrer Nahrung. Und so wie diesder Fall ist, erhebt sich auch der Theil der Pflanze, welcher in den Bodenreicht und ihr diese Nahrung unmittelbar zuführt, d. h. die Wurzel zumHaupternährungsorgan der Pflanze.

Erinnert man sich an das über die Thätigkeit der Zellen Gesagte und