Druckschrift 
Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
Entstehung
Seite
818
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

818

Veränderungen der Zellen.

Fig. 276.

iiü

Pflanze und ruft der in der eingetretenen Luft vorhandene Sauerstoff danndurch Wechselwirkung mit jenen Fäulniss und Verwesung hervor.

Veränderungen der Zellen.

Durch die erwähnten Processe der Bewegung des Zellsaftes wird auchsehr häufig, besonders in den älteren Pflanzentheilen die Wandung derZellen in der einen oder der anderen Richtung auf-gelöst. Dies trifft besonders Reihen cylindrischübereinander gestellter Zellen. Verschwinden beisolchen die Wandungen, an denen sie sich be.rühren, so wird aus einer derartigen Reihe übereinander gestellter Zellen eine Röhre. Man hat der-artige, durch das Verschwinden der Zellenzwischen-wände entstandene Röhren Gefässe genannt. Fig. 276.Der Vorgang des Verschwindens der Zwischen-wandungen ist immer auch mit einer Verdickung dergebliebenen Seitenwände der Gefässe verbunden.Durch diese Verdickungsschichten erhalten dieselbenein verschiedenes Aussehen, wonach man sie inRinggefässe (Fig. 276 r), Spiralgefässe (Fig. 276 sp),Netz- und poröse Gefässe getheilt hat.

Bei der Veränderung, welche die Zellen erlei-den , oder bei der ursprünglichen Bildung der Zellenentstehen zwischen den einzelnen Zellen leere Räume.Man nennt diese im Allgemeinen Zellzwischen-räume, wenn sie lang und schmal sind Intereel-lulargänge, und wenn sie grösser und unregelmäs-sig sind In tercellularräume. Sie führen vorzugs-weise Luft und heissen danach auch LuftgängeoderLuftlücken. Führen sie statt dieser Säfte, sonennt man sie Saftgänge oder Saftbehälter.Fig. 277. Die Saftgänge, ss Fig. 277, sind zu-

weilen mit einer hautartigen Auskleidunghb. versehen und nennt man jene ihreseigentümlichen Inhaltes wegen Milch-saft gefässe. Diese Gefässe durchziehenin röhrenförmigen Verzweigungen die ganzePflanze. Der Milchsaft, der in denMilchsaftgefässe führenden Pflanzen befind-liche Saft ist anfänglich körnigen Inhalts underhält erst später seine eigenthümlichen Be-standteile: die Gummiharze, das Caut-chouc etc., welche ihm, in eigenthümlicherMischung mit den wässrigen Bestandthei-len, ein milchiges Ansehen geben. Er istmeistens von weisser oder gelblicher Far-be, zuweilen röthlich und bläulich.^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^H Die Bestimmung der aus der Ver-änderung der Zellen entstandenen Ge-fässe erscheint in dem Lebensprocesse der Pflanze untergeordneter. Wodieselben Säfte führen, da scheinen sie nur eben zur Aufnahme, Ableitungund Aufbewahrung dieser in dem Lebensprocesse der Pflanze ausgeschie-denen Produkte bestimmt zu sein. Das Vorhandensein der Luft in denZellzwischenräumen und in den Gefässen gehört nicht zu den Lebens-