f
T78
Gruppe Calcium.
schiebt dies schon. Hierbei erfolgt eine Umsetzung zwischen dem im Bo-den oder den Düngmaterialien vorhandenen kohlensauren Ammonium unddem Gyps (schwefelsaure Kalkerde). Die Kohlensäure tritt an die Kalk-erde und die Schwefelsäure an das Ammonium. Schwefelsaures Ammo-nium ist aber weit weniger flüchtig als kohlensaures Ammonium und damitwird dem Boden die Ammoniumverbindung vollständig erhalten. Die Ver-wendung des Gypses zur Düngung ist sehr bedeutend. Den dichten hartenrein weissen Gyps (Alabaster) verwendet man zur Fertigung von Zier-ralhen. Der schönste Alabaster kommt bei Florenz vor. Der gebrannteGyps wird zu Gypsfiguren verwendet.
3) Kalkstein, kohlensaure Kalkerde. Krystallisirt meist in spitzenoder stumpfen Bhomboedern, in G seiligen Säulen und in ungleichschenkli-gen 0 seifigen Doppelpyiamiden. Die "Krystallformen sind überaus zahl-reich, ÜO einfache und gegen 100 abgeleitete. Häufig derb, körnig, erdig,zuweilen fasrig und dünnschalig H.3,5 bis zerreiblich, sehr gut spaltbar.Spec. Gew. 2,5—2,8. Farbe in reinem krystallisirten Zustande wasser-hell, meist weiss oder grauröthlich gefärbt durch Eisenoxyd, bräunlich durchManganoxyd, zuweilen grünlich durch Kupferoxyd und schwärzlich durchKohle. Schwer schmelzbar.
Als reine Kalksteine werden jene betrachtet, welche nur wenig ge-färbt durch Metalloxyde und von Thonerde frei sind, oder davon nur ge-ringe Mengen enthalten. Kalkspath ist deutlich krystallisirt; derber Kalk-spat h, grossblättrige, sehr vollkommene rhomboedrische, spaltbare, oftwasserklare Massen; körniger Kalkstein, Marmor körnige auf denBruchflächen dem weissen Hutzucker ähnliche Massen; Kalksinter,Tropfstein concentrisch-schalig mit deutlicher Faserstruktur, derb oderals Ueberzug, vorzüglich tropfsteinartig; gemeiner dichter Kalkstein,unkrystallisirt, dicht, wegen Feinheit und völliger Verschmelzung des Kor-nes ohne Spur eines Blätterdurchganges, Bruch im Kleinen splittrig, imGrossen flachmuschelig oder schiefrig, selten rein weiss, oft geädert;Kreide unkrystallinische, fein erdige, weisse Masse aus locker verbunde-nen Theilen bestehend, leicht zerreiblich, und stark abfärbend.
Unreine Kalksteine sind solche in denen fremde Substanzen,Thon, Sand etc. in grösserem Verhältnisse vorhanden sind. Kalkmergelangehaucht nach Thon riechend, Wasser einsaugend, mit Säuren aufbrau-send bis 75 pC. kohlensaure Kalkerde enthaltend, schmutzig gelb oderweisslich grau; Thonmergel, an Aussehen ähnlich dem vorhergehenden,aber nur 20 pC. kohlensaure Kalkerde und 80 pC. Thon enthaltend.
Fundorte und Verwendung. Kohlensaure Kalkerde zeichnetsich durch grosse und allgemeine Verbreitung aus. Sie findet sich in denmeisten Gebirgsformationen mehr oder weniger häufig, bildet in einigensogar die Hauptmasse und setzt ganze Gebirge zusammen. KrystallisirterKalkstein, Kalkspath, ist seinem Vorkommen nach von untergeordneter Be-deutung, er findet sich in Drüsen, Blasenräumen, oft auch auf Gängen indurchscheinenden oder weissen Massen. Die schönsten Kalkspathkrystallesind im Harz zu Andreasberg. Doppelspath ist gleichfalls ein Kalkspath.Marmor tritt im Urgebirge auf, Urkalk, am schönsten in Carrara, auf Sa-mos in Griechenland, bei Moxen in der Nähe von Dresden, bei Wunsiedelin Bayern, am Glatzer Schneeberge, im Breisgau etc., im allgemeinen inDeutschland selten. Gemeiner dichter Kalkstein bildet grosse Gebirgszüge,zumeist dem Flötzgebirge angehörig, daher Flötzkalk; überall in Deutsch-land; Kreide bildet gleichfalls ganze Gebirgsmassen, auf Rügen, England,Kandia. Die Benützung der kohlensauren Kalkerde ist eine sehr vielfache.Gebrannter Kalk und Mergel sind Düngmittel; gebrannter dichter Kalkstein