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Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
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Quantitative Bestimmung.

V.

der Menge des Silberoxydes die Menge des salpetersauren Silberoxy-des. Wenn man eine genau gewogene Menge des zu untersuchenden ver-fälschten Höllensteins zur Präcipitation des Chlorsilbers und der daraus sichergebenden Berechnung verwendet hat, so ergiebt sich,dann aus der Mengedes als vorhanden nachgewiesenen salpetersauren Silberoxydes durch dieUnterschiede in den Gewichtsmengen zwischen dem nachgewiesenen Sal-petersäuren Silberoxyde und dem Gewichte des zur Untersuchung gezoge-nen Höllensteines, das Gewichtsverhältniss des in dem Letzteren anwesen-den salpetersauren Kali's.

Aufgabe bei der Wahl der Trennungsmethode ist es ferner: diese sozu wählen, dass die zu trennenden Körper am passendsten in die Verbin-dung übergeführt werden, in welche man sie Behufs ihrer quantitativen Be-stimmung und Wägung zu bringen hat. Man hätte z. B. die Menge reinenZinns in einer Legirung mit Blei, oder in einer verfälschten schlechten Zinn-sorte die Menge des Zinn's und Blei's zu bestimmen.

Versuch 10 Gran Zinn, 10 Gran Blei.

Zinn bestimmt man quantitativ dadurch, dass man es in Zinnoxyd über-führt, dieses wägt, und daraus die Menge des anwesenden Zinnmetalles berech-net. Blei bestimmt man quantitativ als Bleioxyd. Es entsteht daher die Auf-gabe eine Trennungsmethode zu wählen, vermöge deren man das Zinn ebenam leichtesten als Zinnoxyd und das Blei als Bleioxyd erhält. Die Wahlder Methode ist sehr einfach. Zinn wird durch Salpetersäure in unlöslichesZinnoxyd verwandelt. Die Unlöslichkeit wird absolut dadurch, dass mandie Lösung in Salpetersäure bis zur Trockene abdampft. Blei wird durchdieselbe Operation in leicht lösliches, salpetersaures Bleioxyd verwandelt.Darin liegt also auch die zu wählende Trennungsmethode. Die gewogeneLegirung wird mit Salpetersäure erhitzt, eingedampft, der Rückstand aus-gewaschen, geglüht und gewogen. Er giebt das vorhandene Zinnoxyd an,aus welchem das vorhandene Zinn berechnet wird. In der Lösung unddem Waschwasser ist das salpetersaure Bleioxyd. Man fallt es mit oxal-saurem Amnion als oxalsaures Bleioxyd. Dieses wird geglüht und dasrückbleibende Bleioxyd gewogen und daraus die Menge des vorhanden ge-wesenen metallischen Bleies berechnet.

III. Die Verbindungen in welche die Körper behufs ihrer quantita-tiven Bestimmung zu bringen sind.

Aus ganz nahe liegenden Gründen wählt man zur Bestimmung derGewichtsverhältnisse der anwesenden Körper , eine Verbindung des Kör-pers , welche unter sonst gleichen günstigen Bedingungen der Erzeugungdie unveränderlichste ist.

Sehr oft fallen die beiden Momente der Trennung und Bestim-mung zusammen, d. h. die Körper sind in der Verbindung, in welcherman ihre Bestimmung und Wägung am sichersten ausführt, zugleich aucham leichtesten abzuscheiden. So bestimmt man z. B. das Chlor in allenseinen Verbindungen dadurch, dass man es an Silber als Chlorsilber bin-det und so aus dem gefundenen Chlorsilber die Menge des anwesendenChlors berechnet. Gegentheils ist es mit dem Silber ebenso. Wo man lauch Silber zu bestimmen hat, so geschieht dies immer dadurch, dass man |es an Chlor bindet und aus der gefundenen Menge des Chlorsilbers dieMenge des vorhandenen Silbers berechnet. Schwefelsäure wird immerals schwefelsaure Baryterde bestimmt. Andererseits bestimmt man Ba-ryt - oder Strontianverbindungen immer als schwefelsaure Salze und be-rechnet daraus die vorhandene Menge der Baryt- und Strontianerde. Wa-