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Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
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Quantitative chemische Analyse.

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Quantitative chemische Analyse.

Es kann unmöglich hier eine vollständige Anleitung zur quantitativenchemischen Analyse erwartet werden. Dafür ist der Raum viel zu be-schränkt und geht eine solche auch über das Maass der von einem Zög-ling zu verlangenden Kenntnisse hinaus.

Die Pharmacopöen verlangen nur in einzelnen Fällen die quantitativechemisch-analytische Bestimmung der Körper. Oefter allerdings wird die-selbe im praktischen Leben erfordert.

Hier soll dem Zögling das allgemeine Verständniss für den Zweckund die Mittel der quantitativen chemischen Analyse geboten werden.

Zweck der quantitativen chemischen Analyse. Wenn diequalitative chemische Analyse die Identität und das Vorhandensein gewis-ser Stoffe nachzuweisen lehrt, so lehrt die quantitative chemische Analyseden Nachweis der Gewichtsverhältnisse der vorhandenenStoffe führen.

Mittel der quantitativen chemischen Analyse. Die Mittel,durch welche man den Nachweis der Gewichtsverhältnisse der, in einemder Untersuchung unterliegenden Körper, vorhandenen Bestandteile führt,sind im Allgemeinen:

1) Die quantitativ-analytischen Manipulationen.

2) Die quantitativ-analytischen Trennungsmethoden.

3) Die Wahl der Verbindungen zur quantitativen Bestimmung derKörper und

4) die quantitativ-analytische Berechnung.

I. Die Manipulationen bei der quantitativen chemischen Analyse.

Die Manipulationen bei der quantitativen Analyse sind sehr wichtig.Es hängt in allen Fällen von ihrer Sorgsamkeit, Pünktlichkeit und Genauig-keit die Richtigkeit der Ergebnisse der Untersuchung selbst ab.

Eine der wichtigsten Manipulationen ist das Wägen der Körper. Inden wenigsten Apotheken wird eine genaue sogenannte chemische Wagefehlen. Es ist durchaus erforderlich, dass auf die Wägung der Körper diegenaueste Sorgsamkeit verwendet wird und in jedem Falle anzurathen,dass der Anfänger sich in dem Gebrauch einer chemischen Wage übe.

Man darf ferner nie vergessen den zu untersuchenden Körper auf sei-nen Wassergehalt zu prüfen und diesen, wofern er nicht von selbst ausge-schlossen ist, wie z B. bei einer Metalllegirung stets auf das allergenauestezu bestimmen und durch Wägen festzustellen.

Die Lösung der Körper hat immer so zu geschehen, dass währendderselben von dem zu untersuchenden Körper für die Untersuchung auchnicht der kleinste Theil verloren gehen kann.

Die Gewinnung der Niederschläge muss auf die peinlichste undsorgsamste Weise geschehen. Es liegt schon in dem Zweck derquantitativen Analyse, dass man diese Niederschläge stets so wählt,dass sie sich durch ihre Unlöslichkeit vollständig abscheiden. Mandarf aber in keinem Falle unterlassen, dies durch die zweckmässig-ste Weise zu unterstützen. Nie dürfen die Lösungen zu concentrirt ver-wendet werden, eben so wenig die Lösungen der Reagentien. Die Körpermüssen in ausreichenden, aber nie zu grossen Gewichts-Verhältnissen zurUntersuchung verwendet werden. Gewöhnlich nimmt man 1 Gramm in Ar-beit. Wird Schwefelwasserstoffgas als Reagens angewendet, so ist es als