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Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
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Schmelzprozess.

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setzt man sich, wie Fig. 266 es anzeigt, selbst zusammen. Das einzig schwie-rige ist dabei das Biegen der Glasröhren, das Durchbohren der Korke und dasHineinpassen der Röhren. Es kommt aber nur darauf an, dass man esversucht. Uebung thut hier das Uebrige. Das Biegen der Glasröhren er-fordert Röhren von nicht schwer schmelzbarem und nicht zu dickem Glase,und eine Berzelis'sche Lampe. Hat man beides zur Hand, dann ist die ganzeProzedur sehr einfach. Man erhitzt die Röhre an der Stelle, wo sie gebo-gen werden soll erst wenig, nach und nach bis zur Rothgluth und wenndiese eingetreten ist, dann übt man in der erforderlichen Richtung vonbeiden Enden, zu gleicher Zeit, einen sanften aber andauernden Druck aufdie Röhre, sie giebt dann sehr leicht nach und lässt sich ganz nach Ge-fallen handhaben. Die rechten oder entsprechenden Winkel an den Röhrenlernt man bald herstellen. Die Löcher in die Korke bohrt man vermittelsteines Korkbohrers , wenn man diese.n nicht hat vermittelst einer rundenFeile. Man durchsticht mit dem unteren vierkantigen Theile der Feilevorerst die zu durchbohrende Stelle, windet die Feile öfter hin und herund feilt nun sorgsam die erhaltene Oeffnung so gross, dass die Röhre mitetwas Kraftaufwand hineingepasst werden kann.

Das Erscheinen und Absetzen der Niederschläge befördert man durchUmrühren mit dem vorerwähnten Glasstabe und, wenn erforderlich, durchentsprechende Digestion wie z. B. bei dem Erscheinen des Schwefelarse-niks. Die weiteren mechanischen Operationen bei der Handhabung der Nie-derschläge sind eben immer dieselben; sie beschränken sich auf das Ab-filtriren derselben, auf das Auswaschen, Lösen u. s. w. Einer Operationwäre nur noch zu gedenken, des Abnehmens der Niederschläge von demFiltrum. Dies wird oft erfordert und muss sehr sorgsam geschehen. Esdarf nichts verloren gehen und man muss den Niederschlag weder mitPapierstücken noch mit zu viel Flüssigkeit gemischt erhalten. Hat manden Niederschlag auf dem Filtrum bereit, so stellt man den Trichter, wo-rauf derselbe befindlich, auf ein leeres Reagensglas oder auf einen Kol-ben , durchsticht mit einem fein ausgezogenen Glasstabe das Filtrum imMittelpunkte und spritzt nun Wasser in einem scharfen Strahle an dieSeitentheile des Filtrum. Dadurch lösen sich die Theile der Niederschlägevon dem Filtrum und werden in das untergestellte Reagensglas gespült.

Schmelzprozess und die dazu erforderlichen Geräth-schaften. Es ist als die erste Aufgabe der hydrochemischen Analyse be-zeichnet worden die zu untersuchenden Körper in Lösung zu erhalten.In diesen Lösungen werden die Niederschläge erzeugt, welche über dieNatur der Körper entscheiden sollen. Es giebt aber Körper, welche denerwähnten Lösungsversuchen ganz oder theilweise widerstehen, welche sichweder im Wasser, Chlorwasserstoffsäure, Salpetersäure und Salpetersalz-säure lösen.

Versuche mit schwefelsaurem Baryt, wenn er nicht vorräthig istso tropft man ein wenig Schwefelsäure in ein Chlorbaryum-Lösung und sammelt undverwendet den Niederschlag als schwefelsauren Baryt.

Auf die Lösung eines Körpers in Wasser, oder Chlorwasserstoffsäure,oder Salpetersäure, oder Königswasser zu verzichten, hiesse aber überhauptdarauf verzichten, ihn hydrochemisch näher zu untersuchen. Man führt insolchem Falle die unlöslichen Körper in lösliche Verbindungen dadurchüber, dass man ihre Bestand theile durch den Einfluss anderer so umsetzt,dass sie lösliche Verbindungen darstellen.

Alle Salze der Alkalien, die meisten Verbindungen der Erden und Me-talloxyde, die meisten Oxyde und Metalle selbst, erhält man durch die