710
Löthrohr.
!
■
*
I
I
I <£y
d. i. der Oxydation der Kohlenwasserstoffverbindungen der Leucht- undBrennmaterialien. Die unmittelbare Wirkung der Flamme ist zunächst dieErzeugung von Wärme. Man will durch das Löthrohr die durch die Flammean und für sich erzeugte Wärme erhöhen. Der durch die Flamme er-zeugte Hitzegrad steht im Verhältniss zu dem Grade der Energie des Ver-brennungsprozesses. Je mehr Sauerstoff dem Körper zugeführt wird, destolebhafter verbrennt derselbe. Um den Verbrennungsprozess zu erhöhen, hatman daher dem brennenden Körper nur Luft zuzu-führen. Dies ist der allgemeine Zweck der Gebläsebei den Schmelzöfen, dem Frischfeuer und dies istauch einer der Zwecke des Löthrohrs. Betrachtetman die Flamme einer Kerze so bemerkt man überdem glühenden Dochte Fig. 252 vorerst in a einendunkeln, inneren, nicht leuchtenden Theil der Flamme,sodann in cc einen helleren, glühenden, dunkelgelbenTheil und endlich einen weissleuchtenden Theil bb. DieErklärung findet man sehr leicht dadurch, dass mansich Kohlenwasserstoffgase von dem glühenden Dochteausgehend denkt, während der oxydirende Sauer-stoff von Aussen einwirkt. Diejenigen Theile derGase, die also dem Sauerstoff am nächsten liegen,verbrennen auch am vollkommensten. Je vollkom-mener sie aber verbrennen um so weniger Kohlen-stofftheilchen befinden sich in der Flamme; weiternach Innen wird daher die Flamme an Kohlentheilehenreicher. In dem Theile cc der Flamme befinden sichdiese Kohlentheilchen im Glühen und färben die Flamme roth. In demKerne a sind sie noch nicht glühend, dieserhalb ist der Kern schwarz.Allmälig treten an den Berührungspunkten, die Kohlentheilchen aus demKerne a in den Theil cc und aus dem Theile cc in den Theil bb. Ausder Summe der durch diesen allmäligen Prozess sich erzeugenden Verbren-nungsakte ergiebt sich der durch die Flamme erzeugte Hitzgrad. Es istdie einfachste Folgerung hieraus, dass, wenn der Oxydationsprozess in derFlamme vermehrt wird, auch die erzeugte Temperatur örtlich vermehrt wer-den muss. Um einem Irrthume, der sehr häufig hier sich geltend macht,vorzubeugen, muss bemerkt werden, dass durch Zuführung von Sauerstoffund die dadurch bedingte energischere Verbrennung nicht die überhauptzu erreichende Wärmemenge, sondern nur die momentane Temperatur er-höht weiden kann. Diese raschere Verbrennung erreicht man dadurch, dassman in die Flamme hineinbläst und auf diese Weise in dieselbe einen vielheftigeren Strom von Sauerstoff hineinführt, als dies sonst bei der ruhigenVerbrennung durch Zuströmung von Aussen der Fall ist. Diese erste An-wendung des Löthrohres hat daher den Zweck einen Körper rasch und hochzu erhitzen. Dies geschieht z. B.:
Versuch mit einem Stückchen Metall. Man halte ein Stückchen Eisen-blech über eine kleine Weingeistflamme. Es wird sehr heiss werden, aber schwer zumGlühen zu bringen sein. Nun bläst man mit dem Löthrohr in die Flamme, so dassdie Spitze dieser das Metall trifft und es wird dasselbe alsbald zum Glühen kommen.
Platindraht. Dieses starke Erhitzen und das dadurch erfolgte lebhafteGlühen und Verbrennen der Körper benutzt man zu einigen sehr wichtigen Vor-versuchen. Man erhält dabei durch das verschiedene Verhalten vieler Körpersehr bestimmte Merkmale für ihren chemisch-analytischen Nachweis, sowohlschon für diesen selbst, als im Allgemeinen für die Richtung der Untersuchung.Es liegt nahe, dass man den vorliegenden Zweck des starken Erhitzens sehr