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Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
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Bernstein. Elemi. Mastix.

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I

Bernstein.

Synon. Succinum.

Vorkommen. Bernstein ist ein fossiles Harz, ,ein Product derEinwirkung tellurer Wärme auf vorhandene Kohlenwasserstoffverbindun-gen, wie Steinöl, Asphalt etc. Die Kohlen wasserst offverbindungen habendie vorweltlichen Bäumen geliefert, von denen auch die Bildung derSteinkohlenlager ausgegangen ist. Bernstein ist jedenfalls eine flüchtigeKohlenwasserstoffverbindung gewesen und dann durch die Einwirkung derAtmosphäre und wahrscheinlich auch des Wassers verharzt Gegenwärtigfindet sich Bernstein in der der Oberfläche der Erde zunächst gelegenenSchicht, der Diluvialschicht. Er wird entweder gegraben, oder durch diebrandenden Fluthen des Meeres ausgewaschen und an die Ufer geworfen.Die preussischen Ostseeküsten sind die Fundorte des Bernsteins, die alssolche schon den Phöniziern bekannt waren und in Folge dessen in frühenJahrhunderten einen reichen Handel getrieben haben.

Zusammensetzung. Bernstein ist zusammengesetzt aus zwei ver-schiedenen Harzen, ausserdem enthält er ein durch Aether entziehbaresätherisches Oel und Bernsteinsäure.

Eigenschaften. Gegen Lösungsmittel verhält sich Bernstein sehrindifferent. Alcohol und Aether lösen nur etwa 10 p. C. davon auf. Ebensoverhalten sich ätherische und fette Oele. Der trocknen Destillation unter-worfen liefert er als Produkte Bernsteinsäure, ätherisches Oel, und alsRückstand bleibt eine braunschwarze Harzmasse (Colophonium succini).Ein ähnliche Veränderung erleidet er durch Schmelzen. Er wird dadurchin ätherischen und fetten Oelen löslich und dann seine Verwendung zuLacken oder Virnissen möglich. Bernstein wird in ei- bis kopfgrossenStücken gefunden. Seine Farbe ist hellgelb, mehr oder weniger röthlichgelb, oder braun. Sein spec. Gew. 1,0 bis 1,1. Durch Beiben wird erelektrisch.

In neuester Zeit wird sogenannter künstlicher Bernstein in den Han-del gebracht. Derartige Verfälschungen hat man aber bei dem in Apo-theken gebräuchlichen Bernstein nicht zu befürchten, denn nur bei dengrossen hellen Stücken lohnt sich eine Verfälschung.

Elemiharz.

Synon. Elemi.

Vorkommen und Gewinnung. Elemiharz fliesst aus den Stäm-men von Amyris elemifera und Icica icicariba.

Zusammensetzung. Es besteht aus einem sauerstofffreien äthe-rischen Oele und aus zwei Harzen. Von diesen ist das eine krystallisirbar,Amyrin, das andere stellt ein amorphes, saures Harz vor.

Eigenschaften. Elemiharz ist eine frisch fast durchscheinende,weiche, später gelblich werdende trockene spröde Masse. Es hat eineneigenthümlichen, von dem ätherischen Oele herrührenden Geruch und schar-fen Geschmack. Es ist in der Wärme vollständig in Weingeist löslich. Er-hitzt schmilzt es leicht und verbrennt mit russender Flamme.

M a s t i x.

Synon. Mastiche. .

Vorkommen und Gewinnung. Mastix ist ein freiwillig aus der