Wein.
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des Weintraubensaftes, die berauschende Kraft, welche er ohne irgend wel-chen bemerkbaren Einfluss erhalten hatte, als das Werk böser Geister. Sieverabscheuten daher auch den Wein und tranken nur den ungegohrenenSaft. Psammitich war der erste ägyptische König, welcher Wein trank.Er und Noah haben die Menschen von dem Vorurtheile, in dem Weineböse Geister zu fürchten, geheilt. Seit ihnen fürchtet selten Jemand die bö-sen Geister des Weines.
Zusammensetzung. Wein ist das Product der geistigen Gährungdes Weintraubensaftes. Er besteht in wechselnden Verhältnissen aus Wein-geist, Wasser, Zucker, weinsauren und phosphorsauren Salzen und eigen-tümlichen Aetherarten, die man unter der Bezeichnung Oenanthäther zu-sammengefasst hat. Von dem relativen Gehalt der genannten Bestandtheilehängt die Schwere, der Geschmack und der angenehme Geruch, die Blume,wie man sich kunstgerecht ausdrückt, ab. Die letztere verdankt der Weinder Anwesenheit eben jener Aetherarten, die obwohl in chemischer Bezie-hung constante Verhältnisse doch in dem eigenthümlichen Geruch, den sieden verschiedenen Weinen mittheilen, eine grosse Mannigfaltigkeit zeigen.
Erzeugung. Der Weinstock ist in fast allen Ländern Europas hei-misch. Zur Erzeugung reichen zuckerhaltigen Saftes erfordert die Traubeindess nicht sowohl eine hohe Durchschnittstemperatur als vielmehr eine,wenn auch auf kürzere Zeit zusammengedrängte, höhere Bommerwärme.Dieserhalb gedeiht in England, trotz der höheren mittleren Temperatur derWein nicht so gut als am Rhein, wo eine geringere mittlere Jahrestempe-ratur herrscht.
Die Bereitung des Weines geschieht durch Gährung des Traubensaftes.Die Trauben werden gelesen. Dazu ist erforderlich, die vollständige Beifeder Trauben abzuwarten. Ist dies nicht thunlich, so müssen die unreifen undreifen Trauben sorgfältig getrennt werden. Auch von den Stielen werdensie gesäubert, hierauf ausgetreten und in hölzernen Pressen gepresst, ge-keltert. Rothe Weine werden mit den Stielen und Trestern gegohren. Derausgepresste Saft, Most, gelangt zur Gährung. Diese geschieht in Fässernoder in grossen offenen Behältern. Sie ist in etwa 3 — 8 Tagen beendet.Der Saft kömmt nun, wenn er in Bottigen gährte auf Fässer. Diese soge-nannte Nachgährung dauert 2 — 4 Monat. Ist sie vollendet, so wird derWein umgefüllt und in den neuen Fässern fest verspundet. Ehe er getrun-ken werden kann, hat er noch eine Operation auszuhalten, er muss geklärtoder geschönt werden. Auf solche Weise werden Franz-, Roth- und Rhein-weine behandelt. Südliche Weine enthalten mehr Zucker, sie schmeckenauch nach der Gährung noch süss, wie Malaga, Lacrymae Christi etc. Einigeenthalten noch mehr Zucker, wie die spanischen Weine, Xeres. Bei andernlässt man die Beeren so lange als möglich an dem Weinstock, um sie mög-lichst zuckerreich zu machen, wie Tokayer Ausbruch, Sekt, etc. Die Portweine,Madeira etc., auch die Capweine, werden als Most eingekocht, dann ge-gohren, um sie gehaltreicher zu machen wird ihnen W 7 eingeist zugesetzt.
Champagner wird aus sehr sorgsam gelesenen rothen Trauben berei-tet, die aber eben, weil sie sorgsam gelesen und sogleich gepresst werden,einen farblosen Saft geben. Dieser wird gegohren, umgefüllt und nach einemMonat geschönt. Die Schönung wird noch zweimal und sehr sorgsam vor-genommen. Sodann wird der Wein auf Flaschen gefüllt und in jede Flasche3 bis 5 Procent Liqueur zugesetzt und die Flaschen gleich darauf gut ver-spundet. Liqueur ist ein Syrup aus Wein und Zucker. Dieser Zusatz vonZucker erzeugt eine neue Gährung; Zucker wird in Kohlensäure verwandelt,die indessen nicht eher frei werden kann, bis man den Kork löst. Cham-
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