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Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
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Platin.

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feisäure oxydirt. An der Luft verbrannt, bildet es schweflige Säure undarsenige Säure, es löst sich in ätzenden Alkalien auf. In seinen Verbin-dungen verhält es sich als Sulphosäure.

Es wird auch durch Fällung der Lösungen arseniger Säure mitSchwefelwasserstoff und durch Sublimation von arseniger Säure mit Schwe-fel gebildet. Im letzteren Falle enthält es arsenige Säure.

Verwendung. Als Aetzmittel in der Veterinärpraxis und zum Weg-beitzen der Barthaare.

Arsen und Chlorverbinden sich:

1 Aeq. Arsen und 3 Aeq. Chlor zu Arsenchlorid AsCl 3 .

Arsen und Jodverbinden sich:

1 Aeq. Arsen und 3 Aeq. Jod zu Arsenjodid AsJ 3 .

Platin.

Pt = 98,6.

Synon. Piatina. Platinum.

Vorkommen. Kommt nur gediegen vor, es ist in Körnern demGestein eingesprengt oder befindet sich bereits ausgewaschen in demSande der Flüsse.

In seinen gegenwärtigen Hauptfundorten, den Uralländern ist es erstin diesem Jahrhundert entdeckt worden. Die Strombette in jenen Gebir-gen, deren Gestein das Platin eingesprengt ist, und deren durch denEinfluss des Wassers und der Luft zerstörte Gangarten in dem Flusssandeangetroffen werden, sind auch die Orte, wo man das Platin findet. Eskommt immer in Verbindung mit andern Metallen vor. Russland hat durchseine Platinwerke einen ansehnlichen Reichthum. Es werden 40 — 50 Ctn.Platin jährlich gewonnen und die Unce des verarbeiteten Metalles kostetcirca 8 Rthlr.

Gewinnung. Aus den Metallverbindungen, in denen es vorkommt,wird Platin vermittelst chemischer Processe ausgeschieden. Das durchWaschen gereinigte und durch Digestion mit Salpetersäure von Kupferund Eisen befreite Platinerz wird in Chlorwasserstoffsäure und Salpeter-säure kochend gelöst. Aus der Lösung wird das gebildete Platinchloriddurch Chlorammonium als eine schwer lösliche Doppelverbindung, die ausPlatinchlorid und Chlorammonium besteht, niedergeschlagen. Diese Doppel-verbindung wird dann sehr stark geglüht. Durch das Glühen wird sie zer-stört. Chlorammonium wird schon bei niederer Temperatur verflüchtigt. DasChlor des Platinchlorids entweicht später gleichfalls und reines metallini-sehes Platin in sehr fein vertheiltem Zustande bleibt zurück. Aus derartigemfein zertheiltem Platin besteht der Platinschwamm. Das so gewonnenemetallische Platin wird dann mechanisch auf das allerfeinste und gleich-massigste zertheilt, mit Wasser zu einem Brei angerührt und unter sehrstarkem Druck in zusammenhängende Tafeln gepresst. Diese werden erstin massiger Temperatur, dann aber in der allerstärlcsten Weissglühhitzegeglüht. Sie schmelzen dadurch nicht, aber die einzelnen kleinen Metall-theilchen treten in nähere Berührung, sie bilden eine feste Masse, die sich