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Schwefelsäure.
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Vorkommen. In freiem Zustande kommt Schwefelsäure in derNähe von Vulkanen vor. Wässer, die mit den Dämpfen dieser in Berührungsind, nehmen dieselben auf und führen sie fort. In den Fluthen des Rio-Vinagre, der am Vulkan Purace in den Anden entspringt, sind in 1000Theilen 1,11 freie Schwefelsäure und daneben noch freie Chlorwasserstoff-säure enthalten. Man hat hieraus berechnet, dass jener Strom etwa 30Millionen Pfund Schwefelsäure mit sich führt. An Basen gebunden, istSchwefelsäure ungemein verbreitet. Schwefelsaurer Kalk, Gyps, schwefel-saure Baryterde, Schwerspath, machen mächtige Lager aus.
Wasserfreie Schwefelsäure. Die Verbindung von 1 Aeq. Schwe-fel und 3 Aeq. Sauerstoff, wasserfreie Schwefelsäure, stellt bei niedriger Tem-peratur ein krystallinisches Gemenge weisser seidenglänzender Krystalledar. Diese schmelzen schon bei 25° C., über 30° C. erwärmt, sieden sie.An feuchter Luft verwandeln sie sich zu Dämpfen wasserhaltiger Schwefel-säure. Mit Wasser in unmittelbarer Berührung verbindet sie sich unterheftiger Erhitzung mit demselben.
Hydrate der Schwefelsäure. Schwefelsäure und Wasser gehenbestimmte chemische Verbindungen, Schwefelsäurehydrate, ein. 1 Aeq. Was-ser vertritt dann die Rolle einer schwachen Base. Ist mehr Wasser vor-handen, so ist dieses gewissermassen als Krystallisationswasser zu be-trachten.
1 Aeq. Wasser und 2 Aeq. Schwefelsäure bilden das erste Schwefel-säurehydrat H0.2S0 3 . Man erhält es durch Krystallisation der rauchendenSchwefelsäure in der Kälte.
1 Aeq. Wasser und 1 Aeq. Schwefelsäure bilden das zweite Schwe-felsäurehydrat HO . S0 3 . Aus diesem besteht zumeist die im Handel vor-kommende englische Schwefelsäure.
2 Aeq. Wasser und 1 Aeq. Schwefelsäure bilden das dritte Schwefel-säurehydrat HO.S0 3 -}- aq. Es krystallisirt aus der englischen Schwefel-säure in der Kälte.
3 Aeq. Wasser und 1 Aeq. Schwefelsäure geben das vierte Schwefel-säurehydrat HO.SO s -(- 2aq. Es bildet sich immer, wenn man Schwefel-säure mit Wasser mischt. Von dieser Bildung rührt die dabei statthabendeErwärmung her.
Ca
I
Rauchende Schwefelsäure.
Syn. Acidum sulphuricum fumans , oleum vitrioli. RauchendeSchwefelsäure, Vitriolöl, Nordhäuser Schwefelsäure.
Darstellung. Rauchende Schwefelsäure wird aus dem Schwefel-kies dargestellt. Schwefelkies ist eine Verbindung von Schwefel und Ei-sen. Es kommt diese in grosser Ausdehnung vor. Schwefelkies wird so weitwie möglich von dem anhängenden Gestein befreit, sodann in weiten Thon-röhren geröstet. Der Rückstand wird auf grosse Haufen geschüttet, in de-nen es mehrere Jahre der Luft ausgesetzt bleibt. Durch den Einfluss desSauerstoffs der Luft bildet sich aus dem Schwefel Schwefelsäure und ausdem Eisen Eisenoxydul. Die Verbindung beider, schwefelsaures Eisenoxy-dul, wird mit Wasser ausgezogen und durch Abdampfen und Krystalli-siren als schwefelsaures Eisenoxydul, Eisenvitriol, gewonnen. Die Mut-terlauge enthält dasselbe Salz , ausserdem schwefelsaures Eisenoxyd, das