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Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
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Salpetrige Säure. TJntersalpetersäure.

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man stark erkaltet, so viel Wasser als nötliig ist, um das zweite Hydrat zubilden. Die Flüssigkeit trennt sich in zwei Schichten, die untere bestehtaus salpetriger Säure.

Eigenschaften. Salpetrige Säure stellt eine dunkelgrünblaue Flüs-sigkeit vor, sie ist sehr dünnflüssig und flüchtig. An der Luft geht sie inUntersalpetersäure, in erhöhter Temperatur in Salpetersäure und Stick-stoffoxyd über.

Untersalpetersäure.N0 4 .

Syn. Acidum hyponitricum.

Darstellung. Vollkommen trockenes salpetersaures Bleioxyd wirdin einer Retorte erhitzt. Das Destillat in gut abgekühlter tubulirter Vorlageaufgefangen. Salpetersaures Bleioxvd zerfällt dabei in Bleioxyd und Untersal-petersäure, welche übergeht und in der Vorlage verdichtet wird, und inSauerstoff, welcher durch den Tubus der Vorlage entweicht, PbO.N0 5 =PbO + N0 4 + 0.

Eigenschaften. Untersalpetersäure stellt bei sehr niedriger Tem-peratur (— 20° G.) farblose Krystalle vor, die bei — 10° C. in einefarblose Flüssigkeit übergehen. Bei höheren Temperaturgraden färbt siesich allmälig gelb, endlich pomeranzenfarbig. Sie siedet bei 23° C, stösstdabei rothbraune stechende Dämpfe aus und zerstört organische Substanzen.Sie ist in der rauchenden Salpetersäure enthalten.

Salpetersäure.N0 5 .

Syn. Acidum nitricum, Acidum zooticum.

Geschichte. Die Salpetersäure ist den Arabern schon im 8. Jahr-hundert bekannt gewesen. Lavoisier erst hat ihre Zusammensetzung er-kannt und näher angegeben.

Vorkommen. Salpetersäure kommt in der Natur nicht frei vor. Siebildet sich aus dem Stickstoff der Luft bei Anwesenheit von Ozon. Salpe-tersaures Ammoniak ist im Regenwasser enthalten. Die Menge dieses ist darinrelativ eine grössere während der Gewitter. An Basen, insbesondere an Na-tron gebunden, kommt Salpetersäure in mächtiger Ausdehnung in den cen-tralamerikanisehen Staaten vor. Auch im Pflanzenreiche kömmt Salpeter-säure an Basen gebunden vor, z. B. im Borago, in der Tabakpflanze etc.

Darstellung der officinellen Salpetersäure. In der phar-maceutischen Praxis wird rohe und reine Salpetersäure erfordert. Die erstewird in Fabriken, die zweite in den pharmaceutischen Laboratorien darge-stellt. In beiden Fällen wird die Salpetersäure durch Zerlegung eines sal-petersauren Salzes vermittelst Schwefelsäure erzeugt. Die Schwefelsäureverbindet sich mit der Base zu einem schwefelsauren Salze und die Salpe-tersäure wird frei. Zur Darstellung wählt man entweder salpetersauresKali (KaO.N0 5 ) oder salpetersaures Natron (Na().N0 5 ) Die grössere Bil-ligkeit und grössere Ergiebigkeit des salpetersauren Natrons hat gemacht,dass man besonders dieses zur Darstellung der Salpetersäure wählt. ZurZersetzung der salpetersauren Verbindung bedarf man auf 2 Aeq. dersel-ben 2 Aeq. Schwefelsäure. Bei einem solchen Verhältniss ist es erforder-lich das Gemisch stark zu erhitzen. Es wird dabei ein Theil Salpetersäurezerlegt und eine, an Untersalpetersäure reiche Salpetersäure erhalten. Um