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Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
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II. Abtheilung.

Chemie.

Chemische Grundbegriffe.

Chemie. Den physikalischen Erscheinungen stehen die chemischensehr nahe. Der charakteristische Unterschied zwischen beiden besteht darin,dass durch die physikalischen Erscheinungen die Körper, an denen jenewahrgenommen werden, keine wesentliche Veränderung erleiden, währenddie chemischen Erscheinungen stets von wesentlichen Veränderun-gen der Körper, an denen sie wahrgenommen werden, be-gleitet sind.

Ein Magnet in Eisenfeile gestellt, bringt eine Erscheinung hervor.Die Eisentheilchen in der Nähe seiner Pole ordnen sich aus ihrem zusam-menhangslosen Zustande zu Bündeln und Büscheln, die dann strahlenförmigan dem Magnete haften. Während und nach dieser Erscheinung beobach-tet man aber weder an dem Magnete noch an der Eisenfeile irgend eineVeränderung in dem Wesen und der Zusammensetzung derselben. Es istdies eine physikalische Erscheinung. Uebergiesst man dagegen den Mag-net und die Eisenfeile mit Chlorwasserstoffsäure, so bemerkt man auchhier eine Erscheinung. Beide werden unter Entwicklung von Wasserstoff-gas von der Chlorwasserstoffsäure gelöst. Die Lösung bekommt eine gelb-grünliche Farbe. Durch Abdampfen erhält man daraus gelbgrünliche Kry-stalle. Die Körper, an denen die Erscheinung vor sich gegangen ist, habensich wesentlich verändert, sie sind zu einem neuen Körper geeint worden,der durch seine Eigenschaften von jenen ganz verschieden ist. Erscheinun-gen der Art sind chemische Erscheinungen.

Die Betrachtu ng und Erklärung solcher Erscheinun-gen, deren Ergebnis s eine wesentliche Veränderung derKörper ist, so wie die K enn t ni s snah me der Veränderungen,welche die Körper dabei erleiden, ist der Zweck und dieAufgabe der Chemie.

Einfache Körper. Alle Körper denken wir uns bestehend ausunendlich feinen, nicht weiter theilbaren Theilchen der Materie denAtomen. Die Atome üben durch die ihnen inne wohnenden Elementar-