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Chemische Wirkung der Berührungs-Elektrizität.
zität in Rücksicht auf chemische Zersetzungen äussert. Der galvanischeStrom hat das Bestreben, jede chemische Verbindung, die er auf seinemWege findet, zu zerlegen. Mit Hülfe von -starken galvanischen Säulen zerlegtman sehr leicht Wasser; man hat in ihnen das Mittel gefunden, die sonst aus-serordentlich schwer zu reduzirenden Oxyde der Alkalien, alkalischen Erdenin die ihnen zu Grunde liegenden Metalle und Sauerstoff zu zerlegen. DerSauerstoff erscheint dabei immer am positiven, das Metall am negativen Pole.
Auf derselben Wirkung beruht die Galvan op las tik. Es dient hierzugewöhnlich die Dani ell'sche K e 11 e. Metallverbindungen werden durch dieelektrische Strömung zerlegt, das Metall wird regulinisch ausgeschieden. Dieausserordentlich feinen Theilchen des ausgeschiedenen regulinisehen Metallessetzen sich auf die mit der Lösung in Berührung stehenden, aus leitendenStoffen bestehenden Gegenstände ab und überziehen dieselben mit einerMetallschicht. Auf diese Weise übergoldet, übersilbert, überkupfert etc.man Gegenstände in beliebiger Stärke. Für die Verkupferung wendet manschwefelsaures Kupferoxyd, für die Versilberung und Vergoldung die Lö-sung der Gold- und Silberverbindungen in Cyankalium an.
Aus der chemischen Zersetzung, welche durch die elektrischen Strürneerzeugt wird, erklärt sich auch die baldige Unwirksamkeit der Volta'schenSäule. Der Sauerstoff des Wassers der feuchten Pappe geht an das Zinkund bildet hier Zinkoxyd. Der Wasserstoff des Wassers dagegen geht andas Kupfer und bildet an demselben bald einen mehr oder weniger vollkommendichten Ueberzug. Hierdurch wird die Wirkung der Säule 6ehr geschwächt.Aus dieser Beobachtung hat man eine sehr nützliche Anwendung gezogen.Um das Holz vor der Einwirkung des Meerwassers zu schützen, belegt manden Boden der Seeschiffe mit Kupferblech. Dieses wird durch die stete Ein-wirkung des Meerwassers aber sehr bald oxydirt und unbrauchbar. Um dasKupfer zu schützen, hat man Zinkstäbchen, die nur den hundertsten Theilder Oberfläche des Kupfers betragen, auf dieses gelöthet. Aller Sauerstoff,der sich durch die dadurch geschaffene Kette aus dem Wasser bildet, gehtdann an das Zink und das Kupfer wird vor Oxydation geschützt.
Die chemischen Verbindungen, welche durch die Einwirkung des elek-trischen Stromes zerlegt werden, nennt man Electroly ten, den Vorgangder Zerlegung Elektro ly s e. Die Pole nennt man während des Vorgan-ges Elektroden, den einen Anode, den entgegengesetzten Kathode.Die neuen Bestandtheile, in welche die Verbindungen zerlegt werden, heis-sen Jonen. Anion erscheint an der Anode, Kation an d er Kathode.Bei Zerlegung einer bestimmten Verbindung erscheint ein und derselbeBestandtheil immer an der Anode, der andere immer an der Kathode. Mannimmt daher an, dass die Atome aller Körper mit Elektrizität begabt sind,und zwar muss in solchem Falle derjenige Körper , der sich am positivenPole (Anode) sammelt, negative, derjenige, der sich am negativen Pole(Kathode) sammelt, positive Elektrizität besitzen. Man theilt daher dieKörper in elektronegative und in elektropositi ve Körper ein.Wendet man die obigen Bezeichnungen auf den Vorgang der Wasserzerle-gung an, so ist der Vorgang selbst die Elektrolyse, das Wasser der Elek-trolyt, die beiden Pole, an denen die Zersetzung geschieht, die Elektroden,der positive Pol die Anode, der negative Pol die Kathode. Sauerstoff undWasserstoff sind die Jonen , Sauerstoff ist Anion, Wasserstoff ist Kation,Sauerstoff der elektronegative, Wasserstoff der elektropositive Körper.
Das Gesetz der elektr olytisch en Action. Durch sehr genaueVersuche hat man nachgewiesen, dass bei sorgfältigen Vorrichtungen 9Theile Wasser genau in 1 Theil Wasserstoff und 8 Theile Sauerstoff zer-legt werden. Zugleich hat man gefunden, dass jede Zinkplatte, welche