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Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
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Mittheilung der Bewegung. Gleichgewicht der Kräfte.

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der Trägheit der Materie, man bezeichnet jene Eigenschaft durch das B e-harrungsvermögen der Körper.

Mittheilung der Bewegung. Wenn man in dem Hintertheil ei-nes rasch sich bewegenden Botes eine Kugel senkrecht in die Luft wirft,so sollte man meinen, die Kugel müsste an der Stelle in das Wasser fal-len, an welcher das Boot sich befand, als die Kugel in die Höhe geworfenworden war. Es geschieht dies aber nicht, die Kugel fällt in das Boot. DieUrsache hiervon liegt darin, dass ein Körper der in Bewegung be-griffen ist, diese Bewegung allen mit ihm verbundenen Kör-pern mittheilt. Das Boot theilt die Bewegung dem Menschen mit undvon diesem geht sie in die Kugel über.

Hält das Boot beim Landen plötzlich in seiner Bewegung inne, sofällt, wenn wir aufrecht im Boote stehen, unser Oberkörper nach vorn über.Rückt dagegen das Boot beim Abstossen vom Lande plötzlich ab, so machtunser Oberkörper die entgegengesetzte Bewegung. Es vereint sich hierbeidas Beharrungsvermögen der Körper und die Mittheilung der Bewegung.Für die Mittheilung der Bewegung ist eine gewisse Zeit erforderlich. So-fern diese fehlt, so tritt' das Beharrungsvermögen der Körper ein, und be-stimmt deren Bewegungsrichtung. Im ersten Falle befinden wir uns, wäh-rend das Boot schon ruht, noch in Bewegung, und unser Oberkörper, zu-weilen der ganze Körper, giebt dies durch die Bewegung der früher innegehabten Richtung zu erkennen. Im zweiten Falle bewegt sich das Bootschon, während wir uns noch in Ruhe befinden. Geht das Landen undAbstossen langsam, in der zur Mittheilung der Ruhe und Bewegung erfor-derlichen Zeit ab, so werden wir vom Uebergange nichts gewahr. Wennalso ein sich bewegender Körper rasch in den Zustand derRuhe kömmt, so behalten die Körper, die mit ihm verbundenwaren, die Bewegung noch einige Zeit bei, nachdem er be-reits in Ruhe gekommen ist. Dagegen bleiben Körper, diemit einem rasch in Bewegung gesetzten Körper in Berührungsind, einige Zeit noch in Ruhe, während dem der Körperselbst sich schon bewegt

Gleichgewicht der Kräfte. Wenn mehrere Kräfte von gleicherWirkung auf einen Körper in der Art einwirken, dass sie an dem Zustandedes Körpers nichts ändern, so heben sich ihre Wirkungen gegen einanderauf und man sagt von ihnen: die Kräfte halten einander im Gleich-gewicht. Dieses Gleichgewicht kann vorhanden sein, wenn der Körperin dem Zustande der Ruhe, oder in dem Zustande der Bewegung ist. Istz. B. die Last eines Körpers, der in Ruhe ist, und die Kraft mit der einPferd ihn fortzubewegen trachtet ganz gleich, so halten sich beide dasGleichgewicht und der Körper wird in Ruhe bleiben. Erfolgt die Bewegungeines bergauf fahrenden Wagens auf den 50 Centner geladen sind, miteiner Geschwindigkeit von 3 Fuss in der Sekunde, so wird in der Bewe-gung des Wagens keine Aenderung geschehen, wenn nur entsprechend demGewicht, um das die Last durch die Steigerung des Weges grösser wird,auch die Kraft, die den Wagen bewegt, vermehrt wird.

Zusammengesetzte Bewegung. Wirken zwei oder mehrereKräfte in entgegengesetzter Richtung und in verschiedenem Grade auf einenKörper, so wird er, wenn er in Ruhe ist in Bewegung und, wenn er inBewegung ist in eine andere Richtung der Bewegung kommen. So vielauch Kräfte auf den Körper einwirken, in einer Richtung frei kann er sichnur bewegen. In dieser Richtung, die er nimmt, trägt ihn das Ergebnissder Wechselwirkung aller auf ihn einwirkenden Kräfte.

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