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Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
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Der praktische Apothekenbetrieb.

I

massig wannen Mörser und setzt das Gummi, dann das Wasser zu. DasWasser muss warm sein, doch nicht so heiss, dass das Wachs oder derWallrath dadurch wieder geschmolzen werden.

Breiige Mischungen von Wallrath, Wachs und Wasser bereitet mandurch Vermittelung eines Oeles. Mandelöl, Wachs und Wallrath werdengeschmolzen, und wenn sie halb erstarrt sind, wird denselben laues Was-ser in kleinen Quantitäten durch anhaltendes Rühren zugemischt (Cold-Cream).

Für Ammoniak-, Asa foetida-Emulsionen wird das Gummiharz mög-lichst fein gerieben. Man thut gut Gummi als Mittel zur Verreibung zuzu-setzen. Die Wässermenge muss zuerst gering sein. Auch ohne Gummi las-sen sich Gummiharze zu einer emulsionsähnlichen Mischung bringen. Manhat sie fein zu reiben und zuerst mit wenig Wasser zu einem dicken Breizu verreiben, dann das übrige Wasser zuzusetzen.

Terpenthin wird in massig warmen Mörser mit Gummi und Wassergemischt. Terpenthinöl- Emulsionen bereitet man, indem man Terpenthinölallmälig in den dicken Mucilago tropft und im Mörser tüchtig agitirt.

Arzneilösungen. Salz- und Extractlösungen. Als Vehikeldienen Wasser, Infusa, Dekokte, Emulsionen etc. Der Zweck äst erreicht,wenn die Lösung vollkommen geschehen und frei von irgend welchen frem-den Gemengtheilen ist.

Man unterstützt die Lösung zweckmässig durch Wärme. Salze, Ex-tracte, Manna etc. lösen sich viel rascher in warmen Wasser.

Saturation. Die mit Kohlensäure imprägnirte Lösung von essig-sauren oder citronensauren Alealien nennt man eine Saturation. DerZweck der Saturation ist erfüllt: wenn das Gewichtsverhältniss derverwendeten Säure und das des kohlensauren Aleali eineneutrale Verbindung gibt und von der sich entwickelndenKohlensäure so viel als möglieh in dem Vehikel gebundenbleibt.

Um diesen Zweck zu erreichen, hat man zweierlei zu berücksichti-gen : die Menge der erforderlichen Bestandtheile, und dann die Reihenfolgedieser. Die Wahl der Menge der Bestandtheile steht unter der Hauptbe-dingung : dass das gebildete Salz, das essigsaure oder eitronensaure Älcalineutral sei. Die vollständige Saturation ist indess in jedem einzelnen Falleeine umständliche Arbeit. Die Ueberzeugung, dass diese erfolgt sei, dassdie gebildete Salzlösung auf Lacmus-Papier nicht reagire, kann man nurgewinnen, wenn man die Kohlensäure ausgetrieben hat. Dies ist aber wie-derum dem besonderen Zwecke der Saturation entgegen. Um dem zu be-gegnen, hat man ein einfaches Mittel. Man wendet die kohlensauren Al-ealien nicht in Substanz, sondern in Lösung an. Wo diese Lösungen nichtofficinell sind, da fertigt man sie besonders an und bestimmt ihre Mengen-verhältnisse und ihr spec. Gewicht auf das genaueste. Gewöhnlicher odergereinigter Essig bildet fast überall die hauptsächlich zu Saturation ver-wendete Säure. Essig wird in den Apotheken gewöhnlich in grösserenMengen vorräthig gehalten. Wenn daher eine neue Sendung ankommtund hierum muss man sich ein Bischen kümmern so wird einmal ganzgenau und mit Verjagung der Kohlensäure und vermittelst Reagenzpapierfestgestellt: wie viel davon zur vollkommenen Saturation einer bestimmtenMenge der Alealilösung erforderlich ist. Hat man sich diese Mühe einmalgenommen, dann hat man sie, so lange der Eimer Essig reicht, nicht wiedernöthig; man ist vielmehr sicher, schon durch genaue Wägung und Mischungder festgestellten Mengen der Alealilösungen und des Essigs, eine vollkom-