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Elementar-Handbuch der Pharmacie : mit Berücksichtigung der sämmtlichen deutschen Pharmacopöen und Medicinalordnungen
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Defectur.

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Währung geschehen. Ganz unverantwortlich, sowohl in Bezug auf das wahr-zunehmende Interesse des Geschäftes, als das der Herstellung arzneikräfti-ger Vegetabilien ist die Vernachlässigung der einzelnen Manipulationen. Wer-den die Vegetabilien nicht sogleich nach ihrem Ankauf ausgestreut, so er-hitzen sich die unteren Lagen derselben über Gebühr, werden welk undverlieren schon in den Haufen zum Theil ihre Farbe und auch ihre Wirk-samkeit. Werden die Vegetabilien nicht umgewendet, bietet mithin nureine Seite derselben günstige Bedingungen, so geschieht auch das Aus-trocknen in viel längerer Zeit, als dieses erforderlich, die Vegeta-bilien erhalten dadurch auf der einen Seite ein besseres Aussehen als aufder andern. Es liegt nahe, dass damit auch ein Theil ihrer Wirksamkeitverloren geht. Dasselbe gilt dann, wenn die Vegetabilien über Gebührlange auf den Trockenräumen liegen. Unverantwortlich ist die Säumigkeitund Nachlässigkeit, durch welche es möglich wird, dass Vegetabilien zu-weilen Wochen, ja Monate lange auf den Trockenräumen herum liegen,und mit Staub und anderen Unreinigkeiten bedeckt werden.

Bei der Aufbewahrung hat man darauf zu achten, dass die Vegeta-bilien nur in völlig trockenem Zustande aufbewahrt und in den Behältnissenso viel wie möglich zusammengepresst werden.

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Von der Bereitung der pharmaceutisctien und chemischen Präparate.

Die Ergänzung des grössten Theiles der durch den Handverkauf und dieReceptur verbrauchten Arzneimittel geschieht durch deren Neubereitung imLaboratorium. Diese Bereitung bildet den eigentlichen Fabrikationszweig despharmaceutischen Geschäftsbetriebes.

Nutzeffekt. Aus dem Verkauf der Arzneimittel erhält der Apothe-ker seine Existenz. Es versteht sich von selbst, dass wenn die mit demVerkaufe verknüpften pecuniären Vortheile, von denen die Existenz desApothekers abhängt, wirklich erreicht werden sollen, hierzu der Verkaufallein nicht ausreicht, sondern auch eine Bereitung der Arzneimittel noth-wendig ist, welche die Vortheile des Verkaufes nicht illusorisch macht.Es gibt keinen einzigen Fabrikanten in der Welt, der bei der Anfertigungdes Fabrikates nicht darauf bedacht ist, Nutzen zu ziehen. Der Nutzenist der Zweck jeder Arbeit, er ist der herrschende Zweckjeder gewerblichen Thätigkeit und eben derNutzen, der ausder Bereitung der pharmaceutischen Präparate zu erwach-sen hat, muss auch der Zweck sein, der jeden einzelnenTheil der pharmaceutischen Fabrikation beherrscht. Ist dieseUeberzeugung in dem Laboranten nicht zum Bewusstsein gekommen , hälter es nicht für seine erste und heiligste Pflicht: durch seine Thätigkeit inder grössten Ausdehnung und bei jedem einzelnen Präparate seinem Prin-zipale den grösstmöglichen Nutzen zu schaffen, so wird ein solcher Laborantspäter in seinem eigenen Laboratorium den eigenen Schaden davon haben.Es ist ausserordentlich zu beklagen , dass diese Vorstellung des zu errei-chenden Nutzens so selten in den pharmaceutischen Laboratorien die herr-schende ist. Es muss nochmals hervorgehoben werden, dass sie sonst inkeinem einzigen Fabrikationszweige der ganzen Welt von den grösstenFabriken bis herab zur Verfertigung der Kinderklappern und Holzpanti-nen fehlt, und dass nur diejenigen Zweige der gewerblichen Thätigkeit, wodieser Zweck durch alle Mittel der fortschreitenden Wissenschaft und Tech-nik zu erstreben gesucht und erreicht wird zu den blühend sich entwickeln-den Industriezweigen gehören. Es ist eine ganz ungerechtfertigte Idee und

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