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1. Anorganische Chemie 1. Abt. (1906) Metalloide
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.Eigenschaften des Kaliums.

schmolzenem Cyankalium, Chlorkalium oder von Kaliumhydroxyd, mittelsdes galvanischen Stromes oder durch Zersetzung des letzteren mittels metalli-schen Eisens hei Weißgluthitze. Der gewöhnliche Weg der technischen Dar-stellung des Kaliums bestand his vor kurzem in der Destillation einesinnigen, durch Verkohlung von Weinstein bereiteten Gemenges vonKaliumcarbonat und Kohle, in schmiedeeisernen Retorten, bei Weißglut(Brunne r):

K'CO 3 + 2C = 2K -+- 3 COKaliumcarbonat Kohle Kalium Kohlenoxyd.

Die entweichenden Kaliumdämpfe wurden unter Steinöl in flachenVorlagen von Eisenblech kondensiert. Als Nebenprodukt resultierte hierbeiexplosives Kohlenoxydkalium: (COK) 6 , bzw. C 6 (OK) 6 . Die Reinigunggeschah durch nochmalige Rektifikation in einem ähnlichen Apparate.Dieses Verfahren der Kaliumdarstellung ist jetzt durch das elektrolytische,unter Anwendung von Kaliumhydroxyd, ersetzt (vgl. Natrium).

Eigenschaften. Das Kalium ist ein silberweißes, stark glän-zendes Metall, welches bei gewöhnlicher Temperatur die Konsistenzvon Wachs besitzt, in der Kälte jedoch hart und spröde wird. Es hatbei 13°C ein spezifisches Gewicht von 0,875 (Wasser =1); es schmilztbei 62,5° (Bunsen) und verwandelt sich bei 667° (Perman), 757,5*(0. Ruff) in einen grünen Dampf. Durch Schmelzen in einer Leucht-gasatmosphäre, teilweises Erstarrenlassen und Abgießen des nochflüssigen Metalles wird das Kalium in glänzenden, stumpfen Oktaedernerhalten. An der Luft oxydiert sich das Kalium sofort, indem es sichmit einer weißen Oxydkruste überzieht. Das Kalium ist daher in einerWasserstoffatmosphäre oder unter rektifiziertem Petroleum einemGemisch von Kohlenwasserstoffen aufzubewahren. Selbst auch beiletzterer Aufbewahrungsweise bekleidet sich das Kalium alsbald miteiner graubraunen Kruste, da das Petroleum Sauerstoff aufnimmt. Inabsolut trockenem Sauerstoff verändert sich das Kalium nicht. Denmeisten Sauerstoffverbindungen entzieht das Kalium den Sauerstoff,häufig sogar unter lebhafter Feuererscheinung, so daß es als einenergisches Reduktionsmittel wirkt. Vermöge dieser großen Verwandt-schaft des Kaliums zum Sauerstoff wird auch das Wasser schon beigewöhnlicher Temperatur durch dasselbe zersetzt, und zwar mit solcherHeftigkeit, daß der frei werdende Wasserstoff sich entzündet und in-folge beigemengten Kaliumdampfes mit violetter Flamme verbrennt. Mitgleicher Heftigkeit verbindet sich das Kalium mit den Halogenen, demSchwefel, dem Phosphor usw. An der Luft erhitzt, verbrennt dasKalium mit violetter Flamme.

Die Salze des Kaliums sind farblos, wenn die betreffende Säurefarblos ist; sie sind feuerbeständig, wenn die betreffende Säure ansich durch Hitze keine Zersetzung erleidet. In Wasser sind sie mitwenigen Ausnahmen überchlorsaures, saures weinsaures, pikrin-saures Kalium leicht löslich.

Erkennung. Die Verbindungen des Kaliums werden erkanntan der blauvioletten Färbung, welche sie der nicht leuchtenden Flamme