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Anwendung des Zinns.
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Zinnhaltiges Email oder Glasur soll bei halbstündigem Kochen mir4proz. Essigsäure kein Blei abgeben. Über die Verwendung des Zinnoxydsund Musivgoldes usw. im Sinne des Gesetzes vom 5. Juli 1887 s. S. 408.
Zur quantitativen Bestimmung des Bleies im Zinn übergießeman etwa 1 g sehr fein geschnittenen oder geraspelten Zinns in einemgeräumigen, mit Uhrglas bedeckten Becherglase tropfenweise mit Salpeter-säure vom spezif. Gew. 1,35 bis 1,40, bis alles Metall oxydiert ist, füge hieraufAmmoniakflüssigkeit im starken Überschuß zu und sättige die Mischung mitSchwefelwasserstoff. Alsdann erwärme man im "Wasserbade, bis sich dieMetazinnsäure gelöst und das Blei sich als schwarzes Schwefelblei abgeschiedenhat. Nach dem Absetzen filtriere man die klare Flüssigkeit möglichst voll-ständig von dem Schwefelblei ab, übergieße letzteres alsdann nochmals mitfrisch bereitetem Schwefelammonium, erwärme abermals, lasse hierauf ab-setzen, sammle das ausgeschiedene Schwefelblei auf dem zuvor bereits ver-wendeten Filter, wasche es mit Schwefelammonium enthaltendem Wassernach, führe es nach dem Trocknen in Bleisulfat über (s. Blei) und bringees als solches zur Wägung.
Enthält die zu analysierende Zinn-Bleilegierung noch andere Metalle(Kupfer, Eisen), welche durch Schwefelammonium ebenfalls gefällt werden,so löse man den zinnfreien Schwefelammoniumniederschlag in heißer ver-dünnter Salpetersäure (von etwa 10 Proz.), dampfe diese Lösung etwas einund bestimme darin alsdann das Blei mit verdünnter Schwefelsäure undAlkohol als Bleisulfat (s. Blei).
Anwendung. Das Zinn fand früher zu pharmazeutischen Zweckenim geraspelten Zustande als Stannum raspatum oder Limatura stanni,sowie gepulvert als Stannum pulveratum eine Verwendung. Letztereswurde bereitet, indem man reines Zinn in einem eisernen Mörser schmolz,dasselbe dann auf 200° erkalten ließ und es in diesem spröden Zustandedurch Zerstoßen in ein feines Pulver verwandelte. In noch feinerer Vertei-lung läßt sich dasselbe durch Fällung einer verdünnten, Salzsäure- oder besserätznatronhaltigen Lösung von Zinnchlorür mittels^eines Zinkstabes und Aus-waschen des schwammigen Metallpulvers — Zinnschwamm, Ar gentine —erhalten.
Zur Darstellung der Argentine löst man 400 g Zinnchlorür in 6 Liter"Wasser, gießt diese Lösung in 4 Liter Natronlauge von 1,33 spezif. Gew., diemit 6 Liter "Wasser verdünnt und mit 60 g Cyankalium versetzt ist, stellt indiese Lösung Streifen von Zinkblech und wäscht schließlich den ausgeschie-denen Metallschwamm sorgfältig mit Wasser aus. Hierbei zerfällt letztererin ein hell weißgraues, sehr beständiges Pulver (G. Buchner).
Sehr ausgedehnt ist die technische Verwendung des Zinns zum Löten,zur Herstellung von Gefäßen, zur Fabrikation von Zinnfolie, sowie zumÜberziehen von leicht oxydierbaren Metallen, wie Kupfer, Blei, Eisen (Weiß-blech) usw. — Verzinnen. Auch in Legierungen mit anderen Metallenfindet das Zinn zahlreiche Anwendung. So als Schnelllot, eine Legierungvon 1 Tl. Zinn mit l / 7 bis % Tl. Blei; als unechtes Blattsilber, eineLegierung von Zinn und Zink; als Britanniametall, eine Legierung von9 Tln. Zinn und 1 Tl. Antimon; als Spiegelbelag, ein Amalgam von Zinnmit Quecksilber; als Bronze, als Kanonen- und Glockenmetall, Legierungenvon Kupfer, Zinn und Zink (s. unter Kupfer).
Das Verzinnen kupferner Kessel usw. geschieht in der W r eise, daß mandieselben erhitzt, etwas Salmiak oder salmiakhaltige Chlorzinklösung (Löt-wasser) und dann geschmolzenes Zinn einträgt, und letzteres schließlichdurch Verreiben mit Werg verteilt.