Fig. 140
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Analyse kieselsaurer Verbindungen
MSiO 3 + Na 2 C0 3 = Na 2 Si0 3 + MCO'Silicat Natriumcarbonat Natriumsilicat Metallcarbonat.
Die erkaltete Schmelze bringt man alsdann mit dem Tiegel in ein geräumigesBecherglas, übergießt dieselbe mit heißem Wasser, digeriert so lange, bisalles gleichmäßig aufgeweicht ist und fügt dann vorsichtig — mit auf-gelegtem Uhrglase — Salzsäure bis zur stark sauren Reaktion hinzu. Dieso erhaltene Flüssigkeit, in der kein unzersetztes Gesteinpulver mehr zubemerken sein darf, ist alsdann, wie oben unter a) erörtert, einzudampfenund die Kieselsäure daraus abzuscheiden.
c) Enthält das zu untersuchende Silicat Alkalien, so schließt man be-hufs deren Auffindung eine besondere Probe durch Glühen mit reinem,alkalifreiem Baryumcarbonat oder Calciumcarbonat auf, oder man bedientsich zur Auf Schließung der Flußsäure oder des Fluorammoniums. Soll hierzuBaryum- oder Calciumcarbonat benutzt werden, so mischt man die zu unter-suchende Substanz innig mit dem sechsfachen Gewicht davon und erhitztdas Gemenge im Platintiegel eine halbe Stundelang mittels des Gebläses oder in einem Hempel-schen Glühofen (Fig. 139), oder in einer über-gedeckten Hülle aus feuerfestem Ton (Fig. 140),digeriert alsdann die zusammengesinterte, mög-lichst mit einem Glasstabe zerkleinerte Massemit einer Lösung von Ammoniumcarbonat undfreiem Ammoniak, verdampft die Mischung imWasserbade zur Trockne und wiederholt dieDigestion mit denselben Reagenzien und dasEindampfen noch einige Male. Zieht man schließ-lich den Verdampfungsrückstand mit Wasser aus,so gehen nur die Alkalien als Carbonate in Lösungund können im Filtrat weiter bestimmt werden.
Soll die Bestimmung der Alkalien jedoch eine quantitative sein, soist es besser, das Silicat mit Flußsäure oder Fluorammonium aufzuschließen,da der Kalk und der Baryt immer etwas Alkali zurückhält.
d) Zur Zerlegung mit Flußsäure übergießt man das Silicat in einerPlatinschale mit einem Gemisch gleicher Volumina konzentrierter Schwefel-säure und Wasser, fügt reine konzentrierte Flußsäure zu und erwärmt, unterUmrühren mit einem Platinspatel, im Wasserbade. Sollte nach einiger Zeitnoch keine vollständige Lösung erzielt sein, so läßt man erkalten und fügtvon neuem Flußsäure zu, bis sich alles löst. Hierauf erhitzt man stärker,um die Schwefelsäure möglichst vollständig zu verjagen. Die auf dieseWeise von Kieselsäure befreiten Basen sind alsdann weiter zu trennen. DieSilicate werden zunächst durch die Flußsäure in Salze der Kieselfluorwasser-stoffsäure übergeführt und diese alsdann durch die Schwefelsäure unter Ver-flüchtigung von Fluorsilicium weiter zerlegt:
MSiO 3 + 6 HF = MSiF 6 + 3H ! 0,MSiF 6 -f H 8 S0 4 = MSO 4 -f SiF 4 -4- 2HF.
e) Bequemer als mit Flußsäure ist das Aufschließen der Silicate mitFluorammonium, welches im Handel in vollständiger Reinheit —Prüfung aufseine Flüchtigkeit — zu haben ist. Man mengt zu diesem Behufe in einerPlatinschale das feine Silicatpulver mit der achtfachen Menge Fluorammo-nium , fügt einige Tropfen Wasser zu, um die Mischung in einen gleich-mäßigen Brei zu verwandeln und erwärmt im Wasserbade. Ist die Masse