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1. Anorganische Chemie 1. Abt. (1906) Metalloide
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494 Vorgänge in der Flamme kohlenstoffhaltiger Verbindungen.

dennoch leicht nebeneinander erkennen, indem die Ablenkung, welche einjeder Lichtstrahl vermöge der Brechung erleidet, für jede Farbe eine ver-schiedene ist. Auch das weiße Licht unserer Kerzen- und Gasflammen istaus verschiedenen Lichtstrahlen zusammengesetzt, in die es beim Durchgangdurch ein Glasprisma in Gestalt eines ununterbrochenen farbigen Bandes,Spektrums, in dem man hauptsächlich die Farben Bot, Orange, Gelb,Grün, Blau, Indigo, Violett unterscheiden kann, zerlegt wird. Jedes reinweiße Licht, hervorgerufen durch Glühen fester oder flüssiger Stoffe,gibt ein gleiches ununterbrochenes Spektrum (siehe die Spektraltafel).Betrachtet man dagegen eine Flamme, die durch die Dämpfe eines Metall-salzes gefärbt ist, durch ein solches Prisma, so zeigen die in derselben befind-lichen glühenden Gase und Dämpfe kein zusammenhängendes Spektrum,sondern sie liefern ein unterbrochenes, aus einer größeren oder geringerenZahl isolierter heller Linien bestehendes Spektrum. Diese hellen, auf dunklemGrunde erscheinenden Linien treten für jedes Element an einer bestimmten

Fig. 137.

Stelle und in einer stets konstanten Anzahl auf, da sie Lichtstrahlen vonganz bestimmter Brechbarkeit entsprechen. Jene Linien können infolgedessenzur Erkennung eines Stoffes dienen, indem dieselben nur durch diesenbesonderen Stoff und durch keinen anderen in der zu beobachtenden "Weiseerzeugt werden. So liefert z. B. die Natriumflamme stets nur eine gelbeLinie an einer ganz bestimmten Stelle (s. Nr. 5 der Spektraltafel); die Kalium-flamme (Nr. 4) deren zwei, wovon die eine an der Grenze von Indigo undViolett, die andere im äußersten Bot liegt; die Baryumflamme (Nr. 9) einegrößere Anzahl heller Linien im Grün usw.

Zur Beobachtung dieser Flammenspektra dient das Spektroskop(Fig. 137). Die Einrichtung eines derartigen Apparates ist folgende: In derMitte des Apparates befindet sich ein großes Flintglasprisma P, welches aufeinem eisernen Gestell befestigt ist. Das Bohr A, welches sich an dem-selben Stativ befindet, ist auf der Seite, die der Lichtquelle zugekehrt ist,durch eine mit einem Spalt versehene Platte geschlossen. Das andere Endedesselben trägt eine Linse, deren Brennpunkt sich in der Bichtung des Spaltes