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1. Anorganische Chemie 1. Abt. (1906) Metalloide
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474
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474 Wertbestimmung natürlicher Kohlen.

stoffe erlitten haben, bezeichnet man die daraus entstandenen Kohlen, unterZugrundelegung ihres Gehaltes an Kohlenstoff, alsAnthracit, Stein-kohle, Braunkohle, Torf. Ihr durchschnittlicher Gehalt an Kohlen-stoff beträgt im Vergleich zur Holzfaser (Cellulose), berechnet auf wasser-und aschefreie Substanz:

Cellulose.........44,4 Proz. Kohlenstoff

Torf........50 bis 60

Braunkohle..... 60 70

Steinkohle.....75 , 90

Anthracit......... 94

Die Braun- und Steinkohlen enthalten auch geringe Mengen von Schwefel(0,3 bis 1,5 Proz.); die Steinkohlen auch 1 bis 2 Proz. Stickstoff.

Der Wert der natürlichen Kohlen bemißt sich nach ihrem Wasser-gehalt, ihrem Aschengehalt, dem Gehalt an Kohlenstoff und Wasserstoffund dem Gehalt an Schwefel. Zur Ermittelung dieser Anhaltspunkte isteine größere, fein gepulverte Durchschnittsprobe zu verwenden.

Wassergehalt. 1 bis 2 g des feinen Kohlenpulvers sind bei 100 bis110° C bis zum konstanten Gewichte zu trocknen. Lufttrockene Steinkohleenthält selten mehr als 2 Proz. Wasser, Braunkohle und Torf enthalten da-gegen bis zu 20 Proz. Wasser.

Aschengehalt. 1 bis 1,5 g fein zerriebener Kohle werde im Platin-tiegel mit etwas Alkohol Übergossen, letzterer abgebrannt, um die Masseporöser zu machen, und alsdann der Tiegelinhalt im offenen, schräg gelegtenTiegel bis zur vollständigen Veraschung erhitzt. Die vollständige Verbrennungder letzten Kohlenteilchen wird erreicht, indem man die Masse nach demErkalten von neuem mit Alkohol befeuchtet, denselben abbrennt und denBückstand abermals glüht. Beste wasserfreie Steinkohle enthält 2 bis 5 Proz.,mittlere 5 bis 10 Proz., gute wasserfreie Braunkohle 5 bis 10 Proz. Asche.

Die Kohlenstoff- und Wasserstoffbestimmung der Kohlen wirddurch Verbrennung von 0,4 bis 0,5 g wasserfreien Kohlenpulvers mittelsBlei Chromat, nötigenfalls mit vorgelegter Kupferspirale, ausgeführt (sieheII. organ. Teil, Elementaranalyse).

Koksprobe. 1 bis 1,5g der fein gepulverten Kohle werden in einemgewogenen, mit dicht aufliegendem Deckel versehenen Platintiegel auf einemPlatindreieck in einer 18cm hohen Flamme eines Bunsenschen Brennersso lange erhitzt, bis keine Flamme mehr unter dem Tiegeldeckel heraus-tritt. Hierauf läßt man erkalten und wägt. Der Boden des Tiegels darfhöchstens 3 cm von der Mündung des Brenners entfernt sein. Die Koks-ausbeute schwankt zwischen 50 und 90 Proz.; ebenso ist die Beschaffenheitdes Koks eine verschiedene: Gaskohle, gesintert und etwas aufgebläht;Schmiedekohlen, stark aufgebläht (E. Muck).

Schwefelgehalt (nach Eschka-Hundeshagen). Man mischt etwa1 g der fein gepulverten, wasserfreien Kohle in einem Platintiegel durchUmrühren mit einem dünnen Glasstabe mit einem innigen Gemisch aus 1 ggebrannter Magnesia und 0,5 g wasserfreien Kaliumcarbonats und bedecktdiese Masse mit 0,5 g des gleichen Magnesiagemisches. Den schief liegendenunbedeckten Tiegel erhitzt man schließlich unter zeitweiligem, vorsichtigemUmrühren des Inhaltes mit einem Platindraht derartig, daß nur die untereHälfte glüht. Die Verbrennung ist beendet, wenn die graue Farbe derMasse nach Verlauf von etwa einer Stunde in Gelb, Bötlich oder Bräunlichübergegangen ist. Der erkaltete Tiegelinhalt ist sodann in bromhaltiger