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Graphit.
I
Nach Hasslinger und Wolf entstehen Diamanten auch in Silicat-schmelzen, und zwar infolge einer intermediären Carbidbildung.
b) Graphit, Graphites, Plumbago, Reißblei, Wasserblei. DerGraphit kommt in der Natur ziemlich verbreitet vor, besonders aufGängen oder Lagern des Urgebirges, dem Granit oder Gneis; so findetsich derselbe in größerer Menge z. B. bei Passau, in Böhmen, inMähren, in Cumberland, in Kalifornien, in Grönland, in Sibirien (imGebirge Batugol, westlich von Irkutsk), auf Ceylon usw. Künstlichläßt sich der Graphit in Gestalt von hexagonalen Tafeln erhalten, undzwar durch Auflösen von amorpher Kohle in geschmolzenem Eisen undlangsames Erkalten der geschmolzenen Masse — Hohof engraphit—.Der natürliche Graphit bildet schwarze, undurchsichtige, metallglän-zende, weiche, stark abfärbende Massen von meist blätterigem Gefüge.Derselbe hat ein spezifisches Gewicht von 1,84 bis 2,25 und ist einguter Leiter der Wärme und der Elektrizität. KonzentriertesteSalpetersäure oder ein Gemisch von Salpetersäure vom spezif. Gew. 1,42und reiner Schwefelsäure verwandeln, im Verein mit Kaliumchlorat, ihnin eine gelbe, mikrokristallinische, Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauer-stoff enthaltende Verbindung — Graphitsäure: C n H*0 5 oderC 1;1 H 4 0 6 —. An der Luft oder im reinen Sauerstoff erhitzt, verbrenntder Graphit ebenfalls zu Kohlensäureanhydrid, jedoch schwieriger alsder Diamant.
Luzi unterscheidet zwei Modifikationen des Graphits: eigentlichenGraphit und Graphitit. Während der eigentliche Graphit (z. B. vonCeylon, Norwegen, Canada) im fein gepulverten Zustande nach dem Kochenmit roter, rauchender Salpetersäure oder dem vorsichtigen Erhitzen mitKaliumchlorat und rauchender Salpetersäure, darauf folgendem Auswaschenmit Wasser, Trocknen und Glühen sich sehr stark aufbläht und sich in-folgedessen in ein Haufwerk kleiner, eigentümlicher, moosartiger oder wurm-artiger Gebilde verwandelt, zeigt der Graphit (z. B. von Wunsiedel, Grön-land, Sibirien) dieses Verhalten nicht. Nach Weinschenk sind alle Natur-und Kunstprodukte, die als Graphit, Graphitit und Graphitoid bezeichnetwerden, ein und dieselbe Modifikation des Kohlenstoffs.
Der in der Natur vorkommende Graphit enthält stets größere odergeringere Quantitäten von anorganischen Beimengungen (Kalk, Eisenoxyd,Silicate usw.), welche bei dem Verbrennen als Asche zurückbleiben. Um den-selben davon zu befreien, schmilzt man ihn im fein geschlämmten Zustandemit einem Gemisch aus Kalium- und Natriumcarbonat, laugt zur Entfernungdes gebildeten kieselsauren Alkalis die Schmelze mit Wasser aus und digeriertschließlich den Bückstand mit starker Salzsäure.
Der gereinigte Graphit, welcher früher als Graphites depuratus einearzneiliche Anwendung fand, wurde in unvollkommener Weise einfach durchAuskochen des geschlämmten rohen Graphits mit Salzsäure oder durch24 stündige Digestion von 6 Tln. desselben mit einem Gemisch aus 1 Tl.Salzsäure, 1 Tl. Salpetersäure und 8 Tln. Wasser und schließliches Aus-waschen des Eückstandes bereitet.
Die Verwendung des Graphits ist eine sehr mannigfaltige. Außerzur Fabrikation von Bleistiften, wozu er sich seiner Weichheit wegenvorzüglich eignet, findet der Graphit Verwendung zur Herstellung von