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1. Anorganische Chemie 1. Abt. (1906) Metalloide
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Bor.

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Fär-

Phosphorsalzperle in der inneren Lötrohrflamme eine blaue bis "braunbung, welche in der äußeren Lötrohrflamme wieder verschwindet.

Das Tantal findet in der Neuzeit in der Elektrotechnik (Tantal-Glüh-lampen) Verwendung.

Bor, B.

Atomgewicht 11 (10,9 H = 1). Dreiwertig.

Geschichtliches. Das Bor wurde im reinen Zustande zuerst imJahre 1807 von Davy dargestellt; im Jahre 1808 isolierten auch Gay-Lussac (17781850) und Thenard dasselbe, indem sie Kalium auf Bor-säureanhydrid einwirken ließen. Näher untersucht ist das Bor später besondersvon "Wohler, St. Claire-Deville und Hampe.

Vorkommen. Das Bor kommt in der Natur nicht im freienZustande vor, sondern stets nur als Borsäure: H 8 B0 3 , und deren Salze.Die natürlich bei Sasso in Toskana, auf der Insel Volcano usw. vor-kommende feste Borsäure führt den Namen Sassolin. BeträchtlichereMengen derselben entströmen im gelösten Zustande durch überhitzteWasserdämpfe dem vulkanischen Erdboden Toskanas. Kleinere MengenBorsäure finden sich ferner im Meerwasser (besonders im Toten Meere)und in einigen Mineralquellen, vermutlich als Magnesiumsalz Aachen,Wiesbaden, Vichy, Pyrenäen (Schwefelwässer) usw. Von den Salzender Borsäure sind die wichtigsten: Tinkal oder natürlicher Borax:Na 2 B<0 7 -f 10H 2 O; Borocalcit: CaB^O 7 + 4H 2 0; Pandermit:Ca 2 B60» + 3H 2 0,Boronatrocalcit: 2CaB 4 0 7 -f Na 2 B*0 7 4- 18PPO(+ 16H 2 0), (nach Kraut Na 2 0, 2CaO,5B 2 03 -f 15H 2 0); Boracit:2Mg3BS0 15 -f- MgCl 2 ; Staßfurtit: 2Mg3B 8 0is -f MgCl 2 + H 2 0;Pinnoit: MgB 2 CH -f- 3H 2 0; Datolith: HCaBSiO 5 . Auch im Tur-malin, Axinit und Glimmer kommen geringe Mengen von Borsäure vor.Ob das Kochsalz Spuren von Borsäure enthält, ist zweifelhaft. ImPflanzenreiche ist die Borsäure nur in sehr kleiner Menge in denmeisten Pflanzen, bzw. deren Aschen enthalten, z. B. in dem Hopfen,in den Citronen, Apfelsinen und vielen anderen Früchten (1 kg Asche:1,5 bis 6,4 g), in der Weinrebe und in den Weinbeeren (daher auchim Wein) usw. In der Milch und in dem Blute ist die Borsäure bis-her als normaler Bestandteil nicht aufgefunden worden. 1 Liter Kuh-faarn enthält jedoch 0,0086 g, 1 Liter Pferdeharn 0,0075 g Borsäure(H. Jay).

Das Bor ist in zwei allotropen Modifikationen bekannt: als amorphesund als kristallisiertes Bor.

I. Amorphes Bor. Dasselbe wird erhalten durch Erhitzen von10 Tln. gepulvertem Borsäureanhydrid: B 2 0 J , mit 6 Tln. Natrium untereiner Decke von 4 bis 5 Tln. Kochsalz (Wöhler, St. Ciaire Deville) odervon Borsäureanhydrid mit Magnesiumpulver (Gattermann, Cl. Winkler)und Behandeln der erkalteten Masse mit Salzsäure. Es ist ein dunkel braun-grünes, geruch- und geschmackloses, im frisch bereiteten Zustande etwas inWasser lösliches Pulver von 2,45 spezif. Gew. Bei Luftabschluß ist es selbstbei Weißglut unschmelzbar. An der Luft erhitzt, verbrennt es dagegenleicht zu Borsäureanhydrid, dem etwas Borstickstoff beigemengt ist. Salpeter-