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1. Anorganische Chemie 1. Abt. (1906) Metalloide
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Antimonchlorür.

Antimonclilorür, Antimontriclilorhl: SbCl 3 .

Molekulargewicht: 226,7 (234,84 ti = 1).(In 100 Tln.: Sb: 53,02, Ol: 46,98.)

Geschichtliches. Das Antimoiichlorür ist zuerst im 15. Jahrhundertvon Basilius Valentinus als Butyrum Antimonii durch Destillation vonSchwefelantimon mit Quecksilberchlorid bereitet worden.

Darstellung. Das reine Antimoiichlorür läßt sieh leicht darstellendurch Destillation eines innigen Gemenges aus 1 Tl. Antimonpulver und3 Tln. Quecksilberchlorid (H. Rose), oder von 3 Tln. Schwefelantimon und 7 Tln.Quecksilberchlorid in einer weithalsigen, direkt mit Vorlage versehenenRetorte und Rektifikation des erzielten Destillats in dem gleichen Apparate:

2Sb + 3HgCl' 2 = 2SbCl 3 -f 3 Hg• . Antimon Quecksilberchlorid Antimonchlorür QuecksilberSb s S 3 + 3HgCl' 2 = 2SbCl 3 4- 3 HgS

Schwefelantimon Quecksilberchlorid Antimonchlorür Schwefelquecksilber.Der Hals der Retorte, in welcher die Destillation vorgenommen wird,muß ziemlich heiß gehalten werden, damit sich das gebildete Chlorantimonnicht darin verdichte. Das bei Anwendung von Schwefelantimon zurück-bleibende Schwefelquecksilber (Zinnober) führte früher den Namen Antimon-zinnober, Ginnabar Antimonii. Auch durch Destillation einer Lösung vonSchwefelantimon in Salzsäure (siehe Liquor stibii chlorati), wobei zunächstWasser und Salzsäure, später reines Chlorantimon übergeht, läßt sich dieseVerbindung rein erhalten.

Zur Darstellung des reinen Antimonchlorürs in größerer Menge verfährtman in folgender "Weise:

In den Tubus a der Vorlage A (Fig. 126) wird ein etwa 0,5 m langes1,5 cm weites. unten verengtes Glasrohr luftdicht eingepaßt und

mit groben Antimon-stücken : Sb, locker an-gefüllt. Hierauf leitetman durch das in denTubus 6 eingefügteGlasrohr Chlorgas, wel-ches durch konzen-trierte Schwefelsäure,die sich in einer Wasch-fiasche befindet, zuvorgetrocknet ist, ein. DasChlor wird alsdannvon dem Antimon unter

Wärmeentwickelungvollständig gebunden.Anfänglich entstellt hierbei Antimonchlorür, welches sich jedoch durch dieweitere Einwirkung des Chlors zum Teil in Antimonchlorid verwandelt:Sb + C1 :J = SbCl 3

SbCi 3 -+-■ er = sber.

In dem Maße, wie sich das flüssige Antimonchlorid in der Vorlage A an-sammelt und infolgedessen das Antimon in dem unteren Teile des Glasrohresverschwindet, schiebt man dasselbe, durch Nachfüllen von Antimonstückclienvon dem oberen Ende des Rohres aus, nach unten. Der Chlorstrom kann

und