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344 Darstellung des Phosphors.
Als Material zur Gewinnung des Phosphors dienen die Knochen,und zwar wird besonders in England und Frankreich der Hauptteildes Gesamtbedarfs an Phosphor von zwei Fabriken (Albright u. Wil-son bei Birmingham und Coignet u. Sohn in Lyon) geliefert. InDeutschland wird Phosphor in neuerer Zeit nach einem elektrischenVerfahren gewonnen; auch in Schweden, in Rußland und Amerika wirdPhosphor dargestellt.
Darstellung. Die Phosphorgewinnung zerfällt gewöhnlich in fol-gende Operationen (Pelletier):
1. Das Weißbrennen und Zerkleinern der Knochen.
2. Die Erzeugung des sauren Calciumphosphats und dessen Verwand-lung in Calciummetaphosphat.
3. Die Destillation des Phosphors.
4. Die Peinigung desselben.
Die durch Extrahieren mit Schwefelkohlenstoff von Fett und durchBehandeln mit überhitztem Wasserdampf von Leim meistenteils zuvor be-freiten Knochen werden zunächst behufs vollständiger Zerstörung der orga-nischen Substanz in Schachtöfen durch direkte Feuerung weiß gebrannt.Die so resultierende weiße Knochenasche enthält durchschnittlich:
Ca 3 (PO 4 ) 2 ........85,7 Proz.
Mg 3 (PO 4 )''........ 1,7 „
CaCO 3 .......... 9,1 „
CaF 21 ) ......... 3,5 „
Die fein gemahlene Knochenasche wird alsdann mit so viel verdünnterSchwefelsäure digeriert, daß sich saures Calciumphosphat bildet (auf lOOTle.Knochenasche 100 Tle. 76prozentiger Schwefelsäure):
Ca 3 (P0 4 ) 2 -1- 2H 2 S0 4 = CaH 4 (P0 4 ) 2 + 2CaS0 4Neutr. Calciumphosph. Schwefelsäure Säur. Calciumphosph. Calciumsulfat.
Die von dem ausgeschiedenen Calciumsulfat (Gips) getrennte Lösungdes sauren Calciumphosphats wird eingedampft und der Rückstand bis zurschwachen Rotglut erhitzt, um letzteres Salz hierdurch in Calciummeta-phosphat zu verwandeln:
CaH 4 (P0 4 ) 2 = 2H 2 0 -f Ca (PO 3 ) 2
Saures Calciumphosphat Calciummetaphosphat.
Dieses Salz wird dann mit Kohle innig gemischt und in Retorten vonfeuerfestem Ton (Fig. 109) der intensivsten Weißglut ausgesetzt:
3Ca(P0 3 ) 2 -f IOC = 4P + Ca 8 (PO 4 ) 8 + 10COCalciummetaphosph. Kohle Neutr. Calciumphosph. Kohlenoxyd.
Die bei etwa 1000° aus den Retorten- entweichenden Phosphordämpfewerden durch Tonröhren in Wasser geleitet, worin sie sich zu flüssigemPhosphor verdichten. Wie vorstehende Gleichung zeigt, werden nur zweiDrittel des in dem Calciumphosphat vorhandenen Phosphorgehalts an Phos-phor gewonnen, während ein Drittel als Calciumphosphat im Rückstandeverbleibt. In praxi werden nach diesem Verfahren aus 100 Tln. Knochen8 Tle. Phosphor erhalten. Eine höhere Ausbeute an Phosphor soll durcheinen Zusatz von Sand zu der zu destillierenden Masse erzielt werden(Wöhler):
L ) Nach Gabriel enthält die Knochenasche im Mittel nur 0,05 Proz. Huor,dagegen geringe Mengen von Kalium und Natrium.