172
Mineralwasser.
Schwarzes Heer, zeigen einen geringeren Salzgehalt als das Weltmeer. Unterallen Wässern ist das des Toten Meeres am salzreichsten (22,8 Proz.). DerAtlantische Ozean enthält in 100 Tln. im Mittel: 2,75 NaCl; 0,0082 NaBr;0,181 K 2 SO"; 0,156 CaSO d ; 0,0584 MgSO 4 ; 0,333 MgCP. KünstlichesMeerwasser würde ev. nach diesen Mengenverhältnissen zu hereiten sein.
VI. Mineralwasser.
Als Mineralwasser hezeichnet man ein Quellwasser, welches solcheMengen von festen oder gasförmigen mineralischen Bestandteilen aufgelöstenthält, daß dieselben merklich auf den Geschmack und auf den mensch-lichen Organismus einwirken. Hat das zutage tretende Mineralwasser einehöhere Temperatur als die Luft, so wird es Thermalwasser, seine QuelleTherme genannt. Teplitz 49°, Vichy 45°, Gastein 47,4°, Wildhad 37,5°,Baden-Baden 67,5", Wiesbaden 70°, Karlsbad 72 bis 75° usw. Je nach den inden Mineralwässern besonders vorwiegenden Bestandteilen führen dieselbenverschiedene Namen.
Säuerlinge (Sauerbrunnen) sind kalte Wässer, welche arm an festenmineralischen Bestandteilen, reich dagegen an Kohlensäure sind, die sichdurch einen säuerlich prickelnden Geschmack, sowie durch lebhaftes Perlenund Schäumen bemerkbar macht. Sie röten Lackmuspapier vorübergehendund trüben Kalkwasser, wenn es im Überschusse zugesetzt ward (Selters,Apollinarisbrunnen usw.). Alkalische Säuerlinge enthalten neben freierKohlensäure größere Mengen von Natriumbicarbonat (Ems, Fachingen,Vichy usw.), alkalisch-muriatische Säuerlinge neben Natriumbicarbonatnoch Chlornatrium (Kissingen), alkalisch-erdige Säuerlinge nebenkohlensauren alkalischen Erden kohlensaure Alkalien (Karlsbad usw.). Sali-nische Säuerlinge nennt man dieselben, wenn sie größere Mengen vonNatriumsulfat (Marienbad, Eger), Stahl- oder Eisensäuerlinge, wenn siePerrocarbonat enthalten (Pyrmont, Eranzensbad).
Bitterwässer verdanken ihren bitteren Geschmack einem größerenGehalt an Magnesiumsalzen — Magnesiumsulfat, Chlormagnesium —(Friedrichshall, Saidschütz, Püllna usw.).
Schwefelwässer enthalten Schwefelwasserstoff oder leicht zersetzbareSchwefelverbindungen der Alkalien (Aachen, Burtscheid usw.).
Soolwässer oder Salzsoolen enthalten vorzugsweise Chlornatrium,welches aus gehaltreicheren Soolen durch Eindampfen gewonnen wird. Außerdem Kochsalz enthalten dieselben noch Chlorverbindungen des Kaliums,Calciums und Magnesiums, bisweilen auch kleine Mengen von Brom- undJodverbindungen, Salze, welche namentlich nach dem Ausscheiden desgrößten Teiles des Kochsalzes in den Mutterlaugen und in dem daraus durchEindampfen gewonnenen Mutterlaugensalze sich vorfinden (Halle, Kosen,Kreuznach usw.).
Indifferente Wässer nennt man solche heiße Quellen, welche, trotz-dem sie nur sehr kleine Mengen von Salzen und Kohlensäure enthalten, dochzu Heilzwecken verwendet werden (Pfäffers, Bagatz, Gastein usw.).
Die Tabellen auf S. 173 bis 176 enthalten die Zusammensetzung derwichtigsten natürlichen Mineralwässer. Die bezüglichen, auf 10000 Tle.Wasser berechneten Zahlen (wasserfreier Salze) sind mit Zustimmung desHerrn Verfassers dem umfassenden, höchst empfehlenswerten Werke:Friedrich Kaspe, Heilquellenanalysen, nach Umrechnung der für dieCarbonate angegebenen Werte, entnommen.