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Eigenschaften des Ozons.
aus, so tritt eine Volumverminderung ein, welche vollständig wiederverschwindet, sobald das gebildete Ozon durch Erwärmung in gewöhn-lichen Sauerstoff zurückverwandelt wird.
Es geht hieraus hervor, daß bei der Bildung des Ozons aus Sauer-stoff eine Verdichtung von Sauerstoffmolekülen stattfinden muß,und zwar beträgt diese Kontraktion, wie genaue Versuche gezeigt haben,genau ein Drittel von dem Volum Sauerstoff, welches in Ozon verwan-delt wird. 3 Vol. Sauerstoff liefern somit 2 Vol. Ozon, oder, da nachdem Avogadroschen Gesetz gleiche Volume gasförmiger Stoffe einegleiche Zahl von Molekülen enthalten, müssen 3 Mol. Sauerstoff 2 Mol.Ozon geben.
Ist das spezifische Gewicht des Sauerstoffs 1,1052 (Luft=l) oder15,88 (H = 1), so muß naturgemäß das des Ozons 1,6578 (Luft=l),bzw. 23,82 (H= 1) betragen, das Molekulargewicht also = 2x 23,82= 47,64 sein, wie von Ladenburg auch experimentell ermittelt ist.Sind ferner in dem Molekül des gewöhnlichen Sauerstoffs zwei Atomevorhanden, so ist das Ozon als dreiatomiger Sauerstoff zu charak-terisieren und die atomistische Molekularstruktur beider Sauerstoff-modifikationen die folgende:
0 = 0 ■________________________
0-0
Sauerstoff Ozon.
Die Umwandlung des Sauerstoffs in Ozon dürfte daher nach der Glei-chung 3 O 2 = 2 O 3 vor sich gehen.
Bei der Bildung des Ozons, besonders unter dem Einfluß elek-trischer Entladungen, dürfte zunächst eine Spaltung von Sauerstoff-molekülen: O 2 , in Sauerstoffatome: 0, stattfinden, welche sich dannmit anderen Sauerstoffmolekülen zu Ozonmolekülen: O 3 , vereinigen.Dieser Vorgang ist ein endothermischer (s. S. 61), da hierbei durch"Wärmebindung eine Aufnahme von Energie erfolgt. Die Beständigkeitdes Ozons ist infolgedessen eine geringe. Schon bei längerer Berührungmit Wasser von gewöhnlicher Temperatur, momentan durch Erhitzenauf etwa 300°, erfolgt die Kückverwandlung' des Ozons in gewöhnlichenSauerstoff. Bei diesem Übergange erhält das Ozon Leitfähigkeit fürElektrizität. Es muß somit bei den abgespaltenen, in dem Ozon nurlabil gebundenen Sauerstoffatomen, wenigstens zum Teil, eine Ionisie-rung eingetreten sein. Auf dieser leichten, durch Gegenwart oxydablerStoffe geförderten Spaltung des Ozons in gewöhnlichen Sauerstoff undderartige aktive Sauerstoffatome beruht die energische Oxydationswir-kung desselben.
Erkennung. Das Ozon kennzeichnet sich durch den Geruchdurch das Verhalten gegen Jodkaliumstärkekleister, gegen Thallium-oxydullösung und besonders gegen blankes Silber (s. oben).
Zur quantitativen Bestimmung des Ozons leitet man ein ab-gemessenes Volum des ozonhaltigen Gases mittels eines Aspirators durchneutrale Jodkaliumlösung, welche sich in einem Liebigschen Kugelapparate