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1. Anorganische Chemie 1. Abt. (1906) Metalloide
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Erkennung des Sauerstoffs.

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überhaupt unter Licht- und Wärmeentwickelung. Denn nicht alleinder Sauerstoff besitzt die Fähigkeit, derartige Erscheinungen Ver-brennung im engeren Sinne hervorzurufen, sondern es vereinigensich auch andere Elemente, z. B.: Chlor und Zinn oder Antimon, Eisenund Schwefel usw., in ganz analoger Weise unter Entwickelung vonLicht und Wärme.

Auf die oxydierende Wirkung des Sauerstoffs ist ferner eineReihe von Prozessen zurückzuführen, die wir täglich an uns und umuns beobachten, wie z. B. der Prozeß der Atmung des menschlichenund tierischen Organismus, der Fäulnis, der Verwesung usw. (siehe2. organ. Teil).

Der Atmungs- oder Respirationsprozeß des tierischen Organismusbesteht im wesentlichen in einer Aufnahme sauerstoffreicher und einerAbgabe sauerstoffarmer, aber dafür entsprechend kohlensäurereichererLuft. Der so von dem Organismus zurückgehaltene Sauerstoff findet,unter katalytischer Mitwirkung der in dem Organismus vorhandenenEisen- und Mangansalze, sowie von organischen Oxydationsfermenten(Oxydasen), Verwendung zu einer Reihe von Oxydationsprozessen(Autoxydationen, s. S. 130), welche in dem normalen Stoffwechsel undder dadurch erzeugten tierischen Wärme einen Ausdruck finden. DieExistenz des Tieres und der Pflanze ist somit an das Vorhandenseinvon Sauerstoff geknüpft (Lebensluft), da mit dem Fehlen desselbendie chemischen Prozesse der Oxydation einen Stillstand erleiden, dieQuelle aller inneren und äußeren Leistungen des Organismus versiegt.

Einzelne Stoffe nehmen, wenn sie fein verteilt sind, den Sauerstoffmit einer solchen Begierde auf, daß sie sich bis zur Entzündungs-temperatur erhitzen und sich so selbst entzünden. Derartige Stoffebezeichnet man als Pyrophore. Zu diesen Stoffen zählt z. B. dasfein verteilte Blei, das durch Wasserstoff aus Eisenoxyd reduzierteEisen, mit Öl durchzogene Wolle oder Baumwolle, feuchtes Holz oderSteinkohle, feuchtes Heu usw.

Erkennung. Zur Erkennung des Sauerstoffs dient seine Eigen-schaft, die Verbrennung anderer Stoffe zu unterhalten und zu beschleu-nigen ; ein glimmendes Holzspänehen entzündet sich und brennt mitstark leuchtender Flamme. In Gasgemischen kennzeichnet sich derSauerstoff dadurch, daß er von alkalisch gemachter Pyrogallussäure-lösung (1 : 5) absorbiert und diese Lösung hierdurch rotbraun bis braun-schwarz gefärbt wird. Geringe Mengen von Sauerstoff lassen sich inGasgemischen oder in Wasser auch sehr scharf durch reduzierte Indig-karminlösung : ) nachweisen. Bringt man eine derartige, vollständigentfärbte Lösung in ein sauerstoffhaltiges Gas oder Wasser, welchesüber Quecksilber abgesperrt ist, so färbt sie sich sofort blau.

gema

ist, wird

l ) Eine wässerige, durch Zusatz einiger Tropfen Katriumcarbonatlösung alkalisch.chte Traubenzuckerlösimg (1 : 10), welche durch Indigkarminlösung blau gefärbteinem enghalsigen Kolben so lange auf 60 bis 70°C erwärmt, bis die

Blaufärbung vollständig verschwunden ist.